Moderne Techniken und nachhaltige Methoden: Erfolgreiche Wiederbegrünung in den österreichischen Alpen
In den letzten fünfunddreißig Jahren kam es in den österreichischen Alpen zu einer rasanten Entwicklung der Technik bei der Wiederbegrünung in Hochlagen, also Flächen im Bereich der oberen montanen bis hin zur alpinen Höhenstufe.
Wurde bei den ersten großen Erschließungen neuer Schigebiete im Alpenraum vorwiegend mit Dynamit und Planierraupe gearbeitet, ist die Erhaltung des humosen Oberbodens Selbstverständlichkeit geworden. Vorhandene Vegetation wird sorgfältig mit dem Löffelbagger abgetragen und zeitnah wiederverwendet und damit das Artengefüge des Standorts erhalten. Bei großflächigen Eingriffen kann inzwischen zusätzlich auf Saatgut von standortgerechten, subalpinen und alpinen Arten zurückgegriffen werden. Zwanzig verschiedene Gräser, Kleearten und Kräuter wurden auf passenden Spenderflächen quer über den Alpenraum gesammelt und werden inzwischen von Landwirten großflächig produziert.
Je nach Höhenlage, Ausgangsgestein und Nutzung werden daraus unterschiedliche Begrünungsmischungen für Almweiden, Schipisten oder Böschungen zusammengesetzt. In Kombination mit Begrünungstechniken, die zuverlässig vor Erosion schützen, entstehen so ausdauernde, standortgerechte, pflegeextensive Begrünungen, wie in vielen nationalen und internationalen Projekten der HBLFA Raumberg-Gumpenstein erprobt und nachgewiesen wurde. Dieses erfolgreiche Zusammenspiel von Techniken, Methoden und Materialien wurde in den letzten Jahren in vielen Fachveranstaltungen an Projektbetreiber, Planungsbüros, Behörden und ausführende Firmen weitervermittelt. In Zusammenarbeit der HBLFA Raumberg-Gumpenstein mit dem Land Tirol und diversen Fachexperten wurde der moderne Stand des Wissens in einer Richtlinie sowie einer ÖNorm zusammengefasst und ist, zumindest in Österreich, inzwischen bereits etablierte Praxis.