Wenn Krankheiten zusätzlich auf die Psyche drücken.
Sam aus Lathen im Emsland ist 22 und inkontinent. Er kann seine Blase nicht kontrollieren. Trotz acht Millionen Betroffener in Deutschland ist das immer noch ein Tabuthema. Sam spricht offen darüber, wie es war, in der Schulzeit deshalb keine Freunde zu haben und ständig von Arzt zu Arzt zu laufen – immer in der Hoffnung, dass es endlich eine Erklärung für seine Krankheit gibt.
„Du bist kein normaler Mensch, Du bist Abschaum!“, „Wie kann man als Erwachsener eine Pampers tragen?!“ bis hin zu „Du hast nicht das Recht zu Leben!“ – diese Sprüche musste er über sich ergehen lassen.
Heute hat er seine Krankheit akzeptiert und hat sogar einen humorvollen Umgang damit gefunden. Seine Inkontinenz hat jetzt einen Namen: Ingo.
Einen positiven Blickwinkel zu finden und sich der Krankheit nicht zu ergeben, ist ganz wichtig - sagt auch Angela Wilhelm vom Evangelischen Beratungszentrum des Diakonischen Werks in Hannover. Sie ermutigt Menschen, sich professionelle Hilfe, zum Beispiel bei der Lebensberatung, zu holen.
Gesprächspartner:
Sam, 22 aus Lathen im Emsland: Er ist seit der Geburt inkontinent
Angela Wilhelm, Abteilungsleiterin beim Evangelischen Beratungszentrum des Diakonischen Werks in Hannover
Autor*in: Markus Grieger
Moderation: Angela Behrens
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Veröffentlichungsdatum: 30. März 2022