Zug 37. Ein Schulter-Hit auf der fünften Linie. In diesem Moment verstand Weltmeister Lee Sedol, dass seine menschliche Intuition nicht falsch, sondern unvollständig war. In Folge 8 von Project Ludos analysieren Till und Linn das älteste und komplexeste Spiel der Menschheit. Wir klären, warum Go mehr mögliche Positionen hat als das Universum Atome, warum „Bauchgefühl“ eigentlich nur komprimierte Mathematik ist und was passiert, wenn eine KI in drei Tagen lernt, wofür die Menschheit Jahrtausende brauchte.
In dieser Episode:
System (Till): Die Emergenz der Unendlichkeit: Wie aus nur zwei Regeln eine Komplexität von 10170 entsteht und warum das Handicap-System die eleganteste Lösung für Inklusion im Spieldesign ist.
Psyche (Linn): System 1 vs. System 2: Warum Go-Meister nicht „rechnen“, sondern „sehen“ (visueller Kortex) und warum AlphaGo Zero bewies, dass menschliche Theorie uns eigentlich zurückgehalten hat.
Das unmögliche Szenario: „GO: INFINITE TERRITORIES“ – Eine Dystopie, in der Go von einem Mobile-Game-Studio entwickelt wurde. (Spoiler: Energie-Systeme, Undo-Tokens für 99 Cent und Lootboxen für Eröffnungszüge).
Ein Spiel, das beweist: Intuition ist keine Magie, sondern Mustererkennung.
Kapitel: (00:00) Cold Open: Lee Sedol & Der Schock von Zug 37 (06:07) Analyse: 2 Regeln, 10170 Möglichkeiten & Emergenz (20:15) Ethik: Die kulturelle Immunität gegen Pay-to-Win (26:43) Gedankenexperiment: Die Dystopie "Go: Infinite Territories" (35:00) Fazit: Menschen innovieren, Maschinen optimieren
Keywords: Go, Baduk, AlphaGo, Lee Sedol, KI, Game Design, System 1 & 2, Emergenz, DeepMind, Project Ludos.