Liebe Hörerinnen und Hörer!
Heute geht's zum 7. Türchen:
Zum Dämon der Ruhmsucht:
Der Gedanke der Ruhmsucht ist ein sehr subtiler Gedanke, der sich leicht bei den Tugend-haften einschleicht. Er gibt ihnen den Wunsch ein, ihre Kämpfe zu veröffentlichen und nach dem Ruhm der Menschen zu streben. Er lässt sie sich in ihrer Phantasie das Austreiben schreiender Dämonen ausmalen, Heilung von Frauen und eine Menge, die ihre Mäntel berührt. Er sagt ihm voraus, dass er Priester sein wird, und lässt schon an seine Türe die Leute klopfen, die ihn suchen. Und wenn er nicht wolle, so würde man ihn gebunden wegführen. Und er lässt ihn sich durch leere Hoffnungen erheben und liefert ihn den Versuchungen durch den Dämon des Stolzes oder der Traurigkeit aus, der ihm Gedanken eingibt, die seinen Hoffnungen entgegenstehen. Manchmal liefert er ihn auch dem Dämon der Unzucht aus, ihn, der kurz zuvor noch als Heiliger und verehrungswürdiger Priester erschien. Evagrius Pontikus: Praktikos 13
Zum Laster der Ruhmsucht: Gegen die Seele, die aus Ruhmsucht etwas von den Geheimnissen des Mönchslebens den Weltleuten aufdeckt: Vor den Ohren eines Dummen rede nicht. (Spr 23,9) Evagrius Pontikus: Antirrhetikos VII, 17
Gegen die Gedanken, die uns antreiben, in die Welt zu gehen wegen des Gewinnes derer, die uns sehen: Die Worte der heimtückischen Menschen sind schmeichlerisch, diese aber verwunden in die innersten Eingeweide hinein. (Spr 26,22) Evagrius Pontikus: Antirrhetikos, VII, 18
Gegen den Gedanken der Ruhmsucht, der uns veranlasst zu lehren, obwohl wir die Gesundheit der Seele und die Erkenntnis der Wahrheit nicht besitzen: Macht euch nicht so zahlreich zu Lehrern, da ihr doch wisst, dass wir ein umso ernsteres Gericht erfahren werden. (Jak 3,1) Evagrius Pontikus: Antirrhetikos VII, 41
Viel Freude!
Eure, Barbara