„Muss nur noch kurz die Welt retten …“ – Nein, muss ich nicht! Und wer meint, er müsste mir die Latte für mein Christsein immer noch ein Stückchen höher legen, der bekommt von Jesus ziemlich klar gesagt: Von keinem wird erwartet, dass er die Welt aus den Angeln heben muss! Durchatmen und Aufatmen also…
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Und hier zum Nachlesen:
Also … ich weiß noch,
wie ich vor einigen Jahren
beruflich nach Stuttgart ziehen musste.
Andere Stadt,
andere Leute
– und an der einen oder anderen Stelle
auch andere Gewohnheiten.
Erschwerend kam hinzu:
Es gab offensichtlich auch noch Unterschiede
zwischen Badenern, Württembergern und Kurpfälzern.
Kam ich nicht gleich mit klar.
Musste ich mich erst dran gewöhnen.
Und suchte mir deshalb so etwas wie einen Integrationshelfer:
Einen alten Bekannten aus meiner Zeit im Rheinland.
Der erklärte mir zumindest mal den Unterschied
zwischen Badenern und Württembergern.
Und zwar auf eine Weise,
dass sie mir in Erinnerung geblieben ist.
Er sagte:
„Weißt Du, Claudius:
Wenn Du nach Karlsruhe ziehen möchtest
und dich da abends in eine Kneipe setzt,
dann wirst du von ganz vielen Leuten angesprochen.
Die sind nett und wollen von Dir wissen,
wer Du bist und was Du hier machst.
Und wenn Du denen dann sagst,
dass Du eine Wohnung suchst,
dann berichten Sie Dir davon,
dass sie einen Freund,
einen Schwager
und einen Nachbarn haben,
die gerade eine Wohnung zu vermieten haben.
Und dass sie da ein gutes Wort für Dich einlegen werden.
Und dass Du mal Deine Telefonnummer geben sollst.
Sie würden sich dann morgen melden …
Du verbringst einen schönen Abend,
kommst am nächsten
und auch am übernächsten Tag wieder in diese Kneipe
– aber von Deinem neuen Bekannten hörst Du
und siehst Du nichts mehr.
Gehst Du aber in Stuttgart in eine Kneipe,
dann sitzt wahrscheinlich den ganzen Abend
ein schweigsamer Typ neben Dir.
Ihr wechselt kein einziges Wort miteinander.
Aber:
Der Typ bekommt mit,
wie Du den Wirt hinter der Theke fragst,
ob der nicht weiß,
wo man hier eine Wohnung bekommt
– und wie der nur die Achseln zuckt.
Und als Du am nächsten Tag wieder in diese Kneipe kommst,
drückt Dir dieser Wirt einen Zettel
mit einer Anschrift in die Hand und meint:
„Von dem Kerl, der gestern neben Dir saß.
Da ist was frei…““
Selbstverständlich waren meine Erfahrungen
mit den Menschen im Südwesten andere
– vor allem nicht so schablonenhaft.
Aber:
Ich muss immer an diese Geschichte denken,
wenn ich mal wieder höre,
wie Jesus die Menschen seiner Zeit daran erinnerte,
dass nicht das Reden entscheidend ist,
sondern das Tun.
Jesus erzählte denen damals von dem Mann,
der zwei Söhne hatte
und die beiden bat,
im Weinberg zu arbeiten.
Der eine sagte „Ja, ja“
– und blieb auf der faulen Haut liegen.
Der andere erwiderte,
er habe heute Besseres zu tun
– und ging dann aber doch und erfüllte die Bitte seines Vaters.
Ich erlebe so etwas ganz oft.
Bei der Arbeit.
In der Kirche.
Privat.
Überall gibt es da die einen,
die mit großen Worten versprechen,
mir bei etwas zu helfen
– und die sich dann
als Mister oder Misses Unzuverlässig erweisen.
Und andere
– die packen an.
Ohne dass ich etwas hätte sagen müssen.
Einfach nur,
weil die sehen,
dass sie da gebraucht werden.
Hat alles erst einmal wenig mit Religion und Christsein zu tun.