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Christ zu sein – das ist ein bisschen wie Sisyphos sein. Du weißt schon: Das war der, der immer wieder einen Stein einen Berg hochrollen musste. Genauso fühle ich mich manchmal auch: Ich muss immer mehr und immer mehr tun, um mir den Himmel zu sichern. Jeden Tag aufs Neue. Meine ich zumindest. Und liege damit mal wieder so richtig daneben …

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Und hier zum Nachlesen:

Kennst Du die Bergpredigt?
Da beginnen die Sätze alle mit
„Selig sind die, die …“
Ziemlich berühmter Text.
Und wenn ich da so höre,
wer alles „selig“ ist –
naja, dann scheint mir das erst einmal
keine wirklich große Sache zu sein.

Da heißt es:
Selig,
die arm sind vor Gott.
Können wir wahrscheinlich alle einen Haken hinter machen.

Selig die Trauernden.
Haken.
Jeder von uns
wird schon mal einen lieben Menschen verloren haben.
Oma oder Opa zum Beispiel.

Selig,
die keine Gewalt anwenden.
Haken.
Gewalt geht gar nicht.

Hungern und dürsten nach Gerechtigkeit?
Haken.
Wer – bitte – will das nicht?

Barmherzigkeit.
Naja,
im Großen und Ganzen wohl auch.

Will sagen:
An der einen oder anderen Ecke
mag es da vielleicht noch etwas zu tun geben.
Aber insgesamt scheine ich die Voraussetzungen zu erfüllen.

Nun fiel mir vor einigen Tagen aber zufällig ein Gebet in die Hand.
Darin heißt es:
„Lieber Gott,
erhalte mich so liebenswert wie möglich.
Ich möchte keine Heilige sein.
Mit ihnen lebt es sich so schwer.“
Und seitdem bin ich mir gar nicht mehr so sicher,
ob ich überhaupt selig oder heilig sein möchte.
Die sind ja in der Tat ziemlich nervig
– diese heilsmäßigen Typen.
Die überzeugt sind,
dass sie alles richtig machen.
Und die das auch ordentlich raushängen lassen.

Zu viel Selig-Sicherheit sollte ich mir deshalb wohl eher nicht leisten.
Zumal es vielleicht doch noch etwas Dreck
vor der eigenen Haustüre gibt.
Ich doch noch eigene Baustellen habe.
Und – zack – bin ich aber wieder drin – in dieser Tretmühle:
Dass ich erst richtig was reißen muss,
damit ich in den Himmel komme…

Oder?
Der frühere Papst Benedikt sagt da klar „nein“.
Der meinte mal,
dass wir leider zu oft übersehen,
dass „Heiligkeit (..) nicht darin [besteht],
außerordentliche Taten zu tun“ .

Und als er dann gefragt wurde,
wie denn dann der Weg der Heiligkeit
beschritten werden könne –
da reagierte er mit einer Gegenfrage:
„Kann ich das [überhaupt] aus eigener Kraft?“
Und seine Antwort darauf war klar:
„Ein heiliges Leben ist nicht in erster Linie
Frucht unserer Anstrengungen,
unseres Handelns.
(..) [E]s ist Gott (…),
der uns heilig macht“ .

Weißt Du,
vielleicht müssen wir das wieder viel deutlich machen:
Selig und heilig –
das bist Du nicht,
wenn Du Großes tust oder niemals fällst.
„[S]ondern [wenn Du]
– demütig und mit heiliger Hartnäckigkeit –
immer wieder aufsteh[s]t.“

Heilig bist Du nicht,
wenn Du Wunder wirkst und Zeichen.
Sondern wenn Du glaubst,
dass Du erlöst,
dass Du frei bist.

Heilig bist Du nicht,
wenn Du den Himmel auf Erden suchst.
Sondern wenn Du die Hoffnung nicht verlierst
auf das Große,
das uns erst noch erwartet.

Und heilig bist Du schließlich nicht,
wenn Du die Welt aus den Angeln hebst.
Sondern wenn Du Dich aus Liebe
zum Scharnier machen lässt zwischen den Menschen.
Wenn Du zulässt,
dass Gott Dir im Nächsten begegnet.

Der Nachfolger von Papst Benedikt hat einmal
auf wunderbar leich