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Vortrag im Rahmen des 14. Berliner Kolloquiums Junge Religionsphilosophie am 26.02.2021  

Prof. Dr. Herta Nagl-Docekal (Universität Wien) widmet sich in ihrer Auseinandersetzung mit Hegel der szientistisch geprägten Religionskritik, dem Religionsverständnis unter Bedingungen der Moderne sowie der gegenwärtigen Gefahr einer zunehmenden Entsolidarisierung.  

Es sind drei Herausforderungen, auf die das Augenmerk gerichtet werden soll: Erstens, die weithin akzeptierte Auffassung, Gläubigkeit stelle eine vormoderne, obsolete Haltung dar; zweitens, die heftigen inner-konfessionellen Konflikte um eine zeitgemäße Ausdeutung der tradierten Lehren und Normen, i.e., der Disput zum Verhältnis von Religion und Moderne; drittens, die zunehmende Entsolidarisierung in einer atomistisch verfassten Gesellschaft. 

Sondiert werden soll, welche Kategorien für eine argumentative Auseinandersetzung mit diesen Problemstellungen sich aus Hegels Werk beziehen lassen – selbst dann, wenn die systematische Architektur der Konzeption des Absoluten als nicht voll überzeugend eingeschätzt wird. Dabei wird auch zur Sprache kommen, dass Hegel Untiefen der in „unserer Zeit“ gängigen Lebenseinstellungen thematisiert, die kaum mehr als solche wahrgenommen werden, doch gerade deshalb neu ins Bewusstsein gerufen zu werden verdienen.  

Das Berliner Kolloquium Junge Religionsphilosophie ist eine Kooperation der Katholischen Akademie in Berlin e.V. mit dem Forschungsinstitut für Philosophie Hannover (fiph) und der Deutschen Gesellschaft für Religionsphilosophie (DGR).