Die „Jahrestage“ von Uwe Johnson waren eine umwerfende Lektüreerfahrung für Hille Haker, Professorin für Ethik in den USA. Erinnern und Vergessen ist notwendig. Genauso, wie die Erinnerung lebbar zu machen – wie eine Katze springt sie einen an und kommt nicht unbedingt, wenn man nach ihr ruft.
Erinnerung kann es nicht geben ohne Vergessen. Aber vielleicht ist ja auch das Umgekehrte richtig: dass es Vergessen nicht ohne Erinnern gibt. Vergessen ist etwas anderes als das aktive Verschweigen, bei dem etwas nichtzur Sprache gebracht wird. Zwischen diesen Polen bewegt sich unser Tauchgang.