Listen

Description

Wie kann ich katholisch und gleichzeitig modern sein? Diese Frage wurde nicht erst im Zweiten Vatikanischen Konzil gestellt, sondern in der Katholischen Aufklärung des 18. Jahrhunderts. Der Rückzug der katholischen Kirche in ein intellektuelles Ghetto nach den Erfahrungen der Französischen Revolution und die anschließende Abwehrstellung der Kirche gegen die Moderne hat die Katholische Aufklärung vergessen lassen.

Mit seinem Gast Ulrich Lehner spricht Joachim Hake ich über die vergessene Geschichte der reformfreudigen Katholiken des 18. Jahrhunderts in Nord- und Südamerika, Europa und Asien, die gegen Aberglauben kämpften und für die Ideale von Demokratie, Gleichheit der Geschlechter und den Wert der Naturwissenschaften einstanden.

Die Katholische Aufklärung tanzte auf „vielen Hochzeiten“, aber nach Lehner macht dies gerade den Ernst und Reiz dieses Jahrhunderts aus, denn die Kirche war immer dann am kreativsten „wenn sie sich offen einem eklektischen Dialog mit der Kultur ihrer Zeit stellte“. Was bedeutet dies für die heutige Reform der Kirche?

Prof. Dr. Ulrich L. Lehner ist spezialisiert auf Religionsgeschichte und Theologie der Frühen Neuzeit, der Aufklärung und des 19. Jahrhunderts. Er ist Inhaber des William K. Warren Lehrstuhls für Theologie an der US-amerikanischen Universität von Notre Dame und Verfasser zahlreicher Werke, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Veröffentlichung u.a. Die Katholische Aufklärung - Weltgeschichte einer Refombewegung, Schöningh-Verlag 2017 und Gott ist unbequem - Eine Herausforderung, Herder-Verlag 2019.