Seit 1918 gab es mit der Weimarer Republik eine mehr oder weniger stabile Demokratie in Deutschland. Aber schon ab 1871 gab es mit dem Reichstag ein gewähltes Organ, dass zumindest etwas von der absoluten, kaiserlichen Macht einschränken konnte.
Was aber wenn ein großer Krieg ausbricht? Und wenn alles, also wirklich alles; von Wirtschaft, Politik, Gesellschaft dem Krieg untergeordnet wird? Wer hat dann die Macht? Am ehesten die obersten Generäle; weshalb es gegen Ende des ersten Weltkrieges eine de facto Militärdiktatur in Deutschland gab. Und die beiden Köpfe hiervon: Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff.
Gemeinsam steuerten sie das Land und durchzogen es mit den Lügen, welche der Zivilbevölkerung den Glauben gaben, das Deutsche Heer sei unbesiegbar. Gemeinsam schickten sie Millionen deutscher Soldaten an die Front um sie sterben zu lassen, auch als klar war, dass der Krieg verloren ist. Ludendorff vergiftete das politische Klima der jungen Republik mit der "Dolchstoßlegende", Hindenburg schickte die neue, demokratische Regierung nach Versailles, um sich aus der Verantwortung zu entziehen. Auch hier arbeitete beides perfekt zusammen.
Und der krönende Abschluss: Hindenburg ernennt Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler. Nicht, weil er begeistert von ihm gewesen wäre. Sondern weil er ein Feind der Demokratie war und am Ende die NSDAP in Kauf nahm. Meine Theorie; wie 15 Jahre vorher waren ihm die Menschen in Deutschland einfach egal. Aber von einem preußischen Militär erwartet man auch, dass er sich nur um seinen Ruhm kümmert.
Genauso wie ich von einer Demokratie erwarte nach solche Menschen keine Straßen, Plätze, Dämme zu benennen. Vor Sylt, oder in Berlin, oder in Bremen, oder in Erlangen, oder in Hamburg, oder in Essen, oder in Mainz,...
2. Buch Samuel, Kapitel 18-19