Samstag, 11. März 2023
Mose sprach: Siehe, ich lege euch heute vor den Segen und den Fluch: den Segen, wenn ihr gehorcht den Geboten des HERRN, eures Gottes, die ich euch heute gebiete; den Fluch aber, wenn ihr nicht gehorchen werdet den Geboten des HERRN, eures Gottes. 5. Mose 11, 26-28
Jesus spricht: Wenn ihr meine Gebote haltet, bleibt ihr in meiner Liebe. Johannes 15,10
Gehorsam und Liebe
Jeder Vater und jede Mutter weiß, dass man in der Kindererziehung das Alter und den Entwicklungsstand eines Kindes berücksichtigen muss und dass die Erziehung eines 2-Jährigen anders aussieht als die eines 12-Jährigen. Bei Gott ist es nicht anders. Er erzieht uns gemäß unseres geistlichen Entwicklungsstandes; und so hat er es auch mit seinem Volk gemacht und dafür ist das Losungswort ein sehr schönes Beispiel. Zu diesem Zeitpunkt war es äußerlich wohl frei, aber in seiner Gesinnung doch weitgehend ein Sklavenvolk: Jahrhunderte der Sklaverei gehen an einem Volk nicht spurlos vorbei, sondern deformiert und verstümmelt Herz und Sinn im Innersten. So musste das Volk mühsam lernen, was wir heute "Eigenverantwortung" nennen: Ich übernehme Verantwortung für mein Tun und dessen Folgen. Das Volk Israel dagegen war ständig am "Murren", das heißt, es machte ständig andere für sein Los verantwortlich, allen voran natürlich Mose, Aaron und Gott selbst. Und es reagierte nur auf Druck, also auf Androhung von Strafe - diese Sprache verstand es. Gehorsam aus Einsicht und Vertrauen oder gar aus Liebe zu Gott - davon war es noch weit entfernt. Und so musste Gott in einer Sprache mit diesem Volk reden, die es verstand - die Losung ist ein schönes Beispiel dafür.
Es ist gut möglich, dass sich dieser geistliche Wachstums- und Reifungsprozess Israels auf unserem eigenen geistlichen Weg wiederholt oder ein Abbild dessen ist. Wir sind erlöst von der Sklaverei des Todes, des Teufels und der Sünde. Jetzt beginnt der lange, innere Weg in die "herrliche Freiheit der Kinder Gottes." Ein Weg, auf dem wir den Willen Gottes immer weniger als etwas Fremdes, uns von außen Auferlegtes wahrnehmen, dem wir uns mehr oder weniger widerstrebend unterwerfen müssen aus Angst vor dem Fluch, sondern als etwas, zu dem wir aus freien Stücken, aus Liebe und Überzeugung ins Einvernehmen treten. Davon spricht Jesus im Lehrtext. Dass Liebe und Gehorsam zusammenhängen, bewahrt den Gehorsam davor, ins Knechtische abzugleichen und die Liebe davor, ins Schwärmerische abzuheben.
In Jesus bist du gesegnet, erlöst und befreit! "Der Stecken des Treibers ist zerbrochen"! (Jesaja 9,3)
In Jesus bist du gesegnet und geliebt, um das Lieben zu lernen.
In Jesus bist du gesegnet mit der Übereinstimmung mit dem Willen des Vaters.