Diesen Buchtipp: „Das Kind in dir muss Heimat finden“ von Stefanie Stahl, habe ich vor einigen Monaten von einer Freundin erhalten. Es geht um Glaubenssätze, die ihr während Eurer Kindheit euch eingeprägt habt. Diese zeigen sich besonders, wenn ihr im Stress seid. Ziel ist es, diese Sätze für Euch rauszufinden, damit ihr sie dann auflösen könnt. Und das Kind in Euch zu trösten, welches immer noch in dieser alten Szene sitzt und daran festhält und verletzt ist. Ich kann Euch anhand von mir einige Beispiele nennen, damit ihr einen Eindruck bekommt, worum es geht. Die Glaubenssätze von Euch sind aber sicherlich ganz andere, denn jeder Mensch ist ein Individuum. Ich habe mit ca. 6 Jahren den Glaubenssatz entwickelt: Ich muss es allen Recht machen, nur dann werde ich geliebt. Man kann den eigenen Eltern dafür in keiner Weise die Schuld geben, denn die Sätze entstehen im Kopf des Kindes. Wir Geschwister sind alle super unterschiedlich und könnte man es auf das Verhalten der Eltern beziehen, hätten wir alle die gleichen Glaubenssätze. Mein Satz: „Ich muss es allen Recht machen“ hat mich über die Jahre in ein Perfektionsstreben gebracht. In der Arbeit so wie privat. Ich dachte immer, dass ich nur dann gelobt werde, wenn ich alles alleine schaffe. Natürlich wurde ich gelobt, aber das wurde ich auch, wenn ich um Hilfe und Unterstützung gebeten habe. Jetzt wo ich den Glaubenssatz aufgelöst habe, in dem ich das verletzte Kind in mir geheilt habe, kann ich viel früher Bescheid geben, wenn ich Hilfe benötige. Das Perfektionsstreben werde ich wahrscheinlich nie ganz ablegen, was auch nicht schlimm ist, denn es ist eine gute Eigenschaft, wenn es einem gut geht. Wenn es einem aber nicht gut dabei geht, kann es im Burnout enden.
Ein weitere Glaubenssatz ist bei einem großen Unfall meines Vaters entstanden. Ich war live dabei und hatte in dem Moment und für viele, viele weitere Jahre eine überaus große Angst, meine Vater erneut zu verlieren. Bei jeder Krankheit und bei jedem Unfall litt ich fast noch mehr als wie er. Erst jetzt, wo ich das 6 Jährige Kind getröstet habe und das Kind nun weiß, dass es meinem Papa gut geht, kann ich damit abschließen und jeder, der meinen Vater kennt, weiß wie unglaublich positiv er mit jeder Krankheit umgeht und so seine Selbstheilungskräfte enorm aktiviert.
Als drittes Beispiel gibt es eine Szene, wo ich Zuhause bei meiner Mama bleiben wollte, die allerdings eine Grippe hatte und ihre Ruhe brauchte und ich sollte mit Papa und meinen Schwestern auf ein Kinderfest gehen. Ich weinte bitterlich und war kaum zu beruhigen. Eine Mini Szene, an die ich mich noch heute zu 100% erinnern kann. Nun habe ich das Kind in mir endlich getröstet, denn es gibt Momente, wo die Mama mal alleine sein will und es kann auch toll sein mit Papa einen Ausflug zu machen. Diese Szene hatte sich bis vor Kurzem allerdings stark in mir eingeprägt und ich war der festen Überzeugung, dass ich als Mama immer zu jeder Zeit mit meinen Kindern zusammen sein sollte und nur ich alles richtig machen kann. Jetzt wo ich es gelöst habe, kann ich langsam mit meiner Familie daran arbeiten, dass ich auch mal das Haus alleine verlassen darf, kann und soll!! Nur ist es jetzt richtig viel Arbeit, denn alle müssen sich langsam daran gewöhnen.
Wie ihr seht 3 Beispiele, die jetzt, wo sie gelöst sind, sehr befreiend auf mich wirken!! Und deshalb teile ich diese mit Euch.
Wir sind ein Wunder, also packen wir es an,
Eure Sabine