Gestern besuchten mich mehrere Mönche. Wir redeten über dies und jenes. Da kamen wir im Verlauf der langen Unterredung auf das Büchlein zu sprechen, das ich über das Leben des heiligen Mannes Martinus herausgegeben habe. Ich hörte da zu meiner großen Befriedigung, dass es viele eifrige Leser finde. Bei dieser Gelegenheit wurde mir mitgeteilt, einer habe, vom bösen Geist gereizt, gefragt, warum Martinus, der doch Tote erweckt und von den Häusern die Feuersgefahr ferngehalten hat, vor einiger Zeit selbst vom Feuer ergriffen worden und in eine ganz bedenkliche Notlage gekommen sei. Dieser jämmerliche Wicht, mag er sein, wer er wolle: wäre er damals zur Welt gekommen, er wäre sicherlich fähig gewesen, so wider den Herrn zu sprechen. Tatsächlich hätte ihm der Wille zu dieser Treulosigkeit nicht gefehlt, ihm, der jetzt bei ähnlicher Gelegenheit den Heiligen des Herrn durch sein Verhalten lästert. Was meinst du, wer immer du bist? Soll Martinus deshalb nicht mächtig, deshalb nicht heilig sein, weil er bei der Feuersbrunst in Gefahr kam? Glückseliger Mann, in allem den Aposteln gleich, auch bei diesen Lästerungen! Es wird ja überliefert, dass die Heiden auch von Paulus so dachten, als ihn eine Schlange gebissen hatte. Sie sprachen: „Dieser Mensch muss ein Mörder sein. Er ist zwar dem Meer glücklich entronnen, aber das Schicksal lässt ihn nicht am Leben“. Allein Paulus schleuderte die Schlange ins Feuer und erlitt keinen Schaden. Jene meinten, er werde sofort zusammenbrechen, sofort sterben; da sie aber sahen, dass ihm nichts Schlimmes widerfahre, schlug ihre Gesinnung um, und sie sprachen: er ist ein Gott.