Was ist törichter, als an einem Menschen, was nicht ihm gehört, zu rühmen? Was alberner als jener, der das bestaunt, was unverzüglich auf einen anderen übertragen werden kann? Goldene Zügel machen ein Pferd nicht besser. Niemand darf sich dessen rühmen, was nicht sein eigen ist. Wir loben den Weinstock, wenn seine Ranken schwer von Früchten sind, wenn er sogar die Stützen durch das Gewicht des Ertrages auf den Boden drückt: Würde irgendwer desem einen solchen vorziehen, von dem goldene Trauben, goldene Blätter herabhängen? Der wesensgemäße Wert im Weinstock ist seine Ergiebigkeit; auch am Menschen muss man das loben, was ihm eigen ist. Er hat eine ansehnliche Dienerschaft und ein schönes Haus, er baut viel an, verleiht viel Geld und verdient am Zins; nichts davon ist in ihm selbst, sondern um ihn herum. Preise an ihm, was weder genommen noch gegeben werden kann, was das spezifische Merkmal des Menschen ist. Du fragst, was das ist? Der Geist und die im Geist vollkommene Vernunft.