Im Buch Rut lesen wir von Noomi, die ihren Mann und beide Söhne in einem
fremden Land verloren hatte. Sie machte Gott dafür verantwortlich und
wurde verbittert.
Aufgrund des vielen Leids in dieser Welt können viele Menschen nicht an
Gott glauben. Aber die Bibel beschreibt, dass Gott die Welt gut
geschaffen hat. Menschen haben das Leid in die Welt gebracht; Gott aber
möchte uns vom Leid befreien.
Rut, die Schwiegertochter von Noomi, sammelte Ähren auf einem Feld. Es
„fügte sich“, dass das Feld Boas gehörte, der Rut gegenüber sehr
wohlwollend war. Auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt, hat Gott
doch einen Plan für uns. Rut wurde gesehen, obwohl sie nicht damit
gerechnet hat.
Wie denkst du, sieht Gott auf dich? So wohlwollend wie Boas auf Rut
sieht? Oder eher überwachend wie in dem Kinderlied „Pass auf, kleines
Auge, was du siehst! Denn der Vater im Himmel schaut herab auf dich.“
Der Urenkel von Rut, David, schreibt später auch dass Gott uns sieht.
Aber in einem wohlwollenden Sinn. Gott umgibt uns von allen Seiten und
hält seine schützende Hand über uns.
Welchen Blick haben wir auf uns und auf die Welt? Bitter wie Noomi oder
dankbar wie David, der über die wunderbaren Werke Gottes staunt.
Im zweiten Teil der Bibel schreibt Paulus, dass wir uns an dem
orientieren sollen, was wahrhaftig, vorbildlich und gerecht ist. Dass
wir unseren Blick auf das Gute und Liebenswerte richten sollen.
Boas spiegelt in seinem Wesen die Güte Gottes wider. Er ist wohlwollend,
freundlich und nachsichtig. Können wir anderen auch so begegnen?
Noomi konnte versöhnt werden, nachdem die Güte Gottes durch Boas in ihr
Leben gekommen ist. Sie wurde von ihrer Bitterkeit geheilt.
Bibeltexte: Rut 2; Psalm 139, 1-16; Phil. 4,8