SisyphosEr rollt den schweren Felsenstein | den Abhang ständig hinauf, | es hilft ihm niemand, er ist allein, | doch gibt er niemals auf, | obwohl ihm jedes Mal vor dem Ziel | der Stein wieder talwärts fällt. | Er treibt das scheinbar sinnlose Spiel, |als wär's das Normalste der Welt. | Als wieder der Felsen herniederschoss, | entglitten den wunden Händen, | da riet ich aus Mitleid Sisyphos, | die unsägliche Qual zu beenden. | "Ich kann nicht vollenden, das ist der Sinn, | den mir das Schicksal bereitet. | Ich leide würdig, denn dadurch bin | ich Sinnbild für jeden, der leidet. | Nicht, was ich vom Leben erwarte, zählt, | es zählt, was das Leben von mir | erwartet, das ist es, auch wenn es quält, | wofür ich existier." | Dann nahm er, ganz selbstverständlich, erneut | den Stein in seine Hand. | Da hab ich, in Tränen und dennoch erfreut, | was Würde ist, erkannt.
“Es kommt nie und nimmer darauf an, was wir vom Leben zu erwarten haben, viel mehr lediglich darauf: was das Leben von uns erwartet” — Viktor Frankl, in: „Mensch sein heißt Sinn finden“
„Nun, wovon der Mensch zutiefst und zuletzt durchdrungen ist, ist weder der Wille zur Macht noch ein Wille zur Lust, sondern ein Wille zum Sinn.“ — Viktor E. Frankl, in: „Der leidende Mensch“