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Erschienen im Jahr 2020, markiert dieses Werk einen Wendepunkt in der modernen Ethik. Der Autor Toby Ord, ein renommierter Moralphilosoph der University of Oxford und Mitbegründer der Bewegung des Effektiven Altruismus, untersucht darin die größten Bedrohungen für das langfristige Potenzial der Menschheit. Das Buch hat weltweit eine Debatte über „Longtermism“ ausgelöst – die Idee, dass wir gegenüber den Billionen von Menschen der Zukunft eine moralische Verantwortung tragen und unsere aktuelle Epoche, den „Abgrund“, sicher überwinden müssen.

3 zentrale Erkenntnisse aus dem Buch

* Wir leben in der gefährlichsten Zeit der Menschheitsgeschichte: Seit der ersten Atombombendetonation 1945 (dem Beginn des Abgrunds) übersteigt die menschliche Macht zur Selbstvernichtung unsere Weisheit, diese Macht zu kontrollieren. Während die natürlichen Risiken (wie Asteroiden) seit Jahrtausenden stabil und gering sind, steigen die von Menschen verursachten Risiken rapide an.

* Existenzielle Risiken sind beispiellos und vernachlässigt: Ein existenzielles Risiko ist nicht nur eine große Katastrophe, sondern die dauerhafte Zerstörung unseres gesamten Zukunftspotenzials. Da wir aus einer solchen Katastrophe nicht durch „Versuch und Irrtum“ lernen können, müssen wir präventiv handeln – dennoch investieren wir als Gesellschaft derzeit erschreckend wenig in diesen Schutz.

* Die Zukunft der Menschheit ist gigantisch: Wenn wir die aktuellen Gefahren überleben, könnte die Menschheit noch Hunderte Millionen Jahre auf der Erde und Billionen Jahre im Kosmos florieren. Dieser enorme Wert der Zukunft bedeutet, dass die Senkung des Risikos um nur einen winzigen Prozentsatz wertvoller sein kann als fast jedes andere Ziel.

Für wen ist das Buch besonders interessant?

* Politikgestalter und Strategen, da das Buch aufzeigt, warum nationale Alleingänge bei globalen Risiken versagen und wie internationale Institutionen für den Schutz der Zukunft gestärkt werden müssen.

* Studenten und junge Fachkräfte, die eine Karriere mit maximaler positiver Wirkung anstreben und erfahren möchten, in welchen Feldern (z. B. KI-Sicherheit oder Biosicherheit) sie am dringendsten gebraucht werden.

* Interessierte an Ethik und Wissenschaft, die tiefere Einblicke in die Wahrscheinlichkeiten von Naturkatastrophen und die Herausforderungen durch künstliche Intelligenz suchen.

Was Du aus dem Buch mitnehmen kannst

Die Zerbrechlichkeit unserer Existenz: Der Abgrund

Die Menschheit befindet sich in ihrer „frühen Kindheit“ und steht vor einem riskanten Übergang. Ord führt aus, dass wir erst seit kurzem die technologische Macht besitzen, uns selbst auszulöschen. Er nennt diesen Zeitraum den „Abgrund“ (The Precipice): Eine Ära, in der das Risiko eines dauerhaften Zusammenbruchs oder der Auslöschung der Spezies so hoch ist wie nie zuvor – er schätzt die Wahrscheinlichkeit für dieses Jahrhundert auf 1 zu 6. Das Buch verdeutlicht, dass unser Überleben keine Selbstverständlichkeit ist, sondern eine bewusste Entscheidung erfordert, Verantwortung für unser gesamtes Potenzial zu übernehmen.

Die Anatomie der Risiken: Von Atombomben zu Superintelligenz

In einer tiefgreifenden Analyse vergleicht Ord verschiedene Gefahren. Während natürliche Risiken wie Asteroideneinschläge extrem unwahrscheinlich sind (weniger als 1 zu 1.000.000 pro Jahrhundert), stellen anthropogene Risiken die wahre Bedrohung dar. Neben den bekannten Gefahren wie Atomkrieg und Klimawandel warnt Ord besonders vor künftigen Risiken: Unaligned Artificial Intelligence (KI) und biotechnologisch hergestellte Pandemien. Er zeigt auf, dass wir oft mehr Geld für Eiscreme ausgeben als für die Erforschung dieser Gefahren und dass unser psychologisches System nicht darauf ausgelegt ist, Risiken ohne historischen Präzedenzfall ernst zu nehmen.

Ein Plan für die Menschheit: Sicherheit und Reflexion

Um den Abgrund zu überwinden, schlägt Ord eine „Große Strategie für die Menschheit“ vor. Diese beginnt mit dem Erreichen von existenzieller Sicherheit, indem wir die drängendsten Risiken minimieren und globale Koordinationsmechanismen schaffen. Darauf sollte die „Lange Reflexion“ (The Long Reflection) folgen: Eine Zeit der Ruhe, in der unsere Spezies ihre Werte und Ziele tiefgreifend prüft, bevor wir irreversible Schritte wie die Besiedlung anderer Galaxien oder die technologische Selbstveränderung unternehmen. Wir müssen lernen, als eine Gemeinschaft über Generationen hinweg zu handeln, um das Erbe unserer Vorfahren zu bewahren und das Leben unserer Nachkommen zu ermöglichen.

Das Buch in einem Satz

Wir stehen an einem kritischen Wendepunkt der Geschichte, an dem wir lernen müssen, unsere immense technologische Macht durch Weisheit und globale Kooperation zu bändigen, um das fast grenzenlose Potenzial der kommenden Generationen nicht dauerhaft zu verspielen.

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