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Kennst du diese Momente, in denen du völlig vergisst, wie spät es ist? Du wolltest nur „kurz anfangen“ – und plötzlich sind zwei Stunden vorbei. Der Kaffee ist kalt. Dein Handy liegt irgendwo. Und du denkst: Wow. Das hat sich gut angefühlt.

Willkommen in der Flow-Time.

Dieser magische Zustand, in dem dein Kopf nicht diskutiert, dein innerer Kritiker Urlaub macht und du einfach tust. Nicht perfekt. Nicht strategisch. Sondern lebendig.

Heute tauchen wir genau da rein. Was sind Flow-Momente wirklich? Warum fühlen sie sich so leicht an – obwohl wir eigentlich Leistung bringen? Und was passiert da in unserem Körper, während wir denken: „Bitte nicht stören, ich bin gerade im Tunnel“?

Mach es dir gemütlich. Und vielleicht – nur vielleicht – kommst du beim Zuhören selbst ein bisschen in deinen Flow.

Der Begriff „Flow“ geht zurück auf den Psychologen Mihály Csíkszentmihályi – und ja, sein Name bringt mich kurz aus dem Flow 😄 Er beschrieb diesen Zustand als völlige Vertiefung in eine Tätigkeit. Du bist nicht abgelenkt. Nicht gelangweilt. Nicht überfordert. Sondern gefordert – und fähig.

 Und wie fühlt sich das im Alltag an?

Zwei Stunden fühlen sich an wie zwanzig Minuten. Du denkst weniger – und bist mehr. Du handelst intuitiv. Und obwohl du etwas tust, das Kraft kostet, fühlt es sich leicht an.  

Flow ist wie dieser Moment beim Tanzen, wenn du aufhörst zu überlegen, wie du aussiehst – und einfach Musik wirst.

Der Küchen-Flow

Du kochst. Erst ganz normal. Zwiebeln schneiden. Pfanne an. Dann kommt Musik dazu. Du bewegst dich im Takt. Greifst intuitiv nach Gewürzen. Probierst. Verfeinerst. Flow in der Küche ist wie ein kleiner Tanz zwischen Herd und Schneidebrett. Und plötzlich merkst du: Du lächelst. Einfach so. Weil du gerade lebendig bist.

 Gesprächs-Flow – das magische Pingpong

Du sitzt mit jemandem zusammen. Ein Satz führt zum nächsten. Ihr ergänzt euch. Lacht gleichzeitig. Niemand checkt das Handy. Niemand denkt darüber nach, was er als Nächstes sagen sollte. Die Worte kommen von selbst. Es fühlt sich an wie ein Ballwechsel im perfekten Rhythmus – nur ohne Gewinner oder Verlierer. Ihr seid beide wach. Beide präsent. Beide neugierig. Und irgendwann sagt eine: „Waaaaaas? Es ist schon Mitternacht?!“ Das ist sozialer Flow. Gemeinsames Im-Moment-Sein.

 Kennst du den Sport-Flow

 Du läufst. Die ersten Minuten sind zäh. Dein Kopf diskutiert. „Warum mache ich das?“ „Es ist kalt.“ „Ich hätte auch auf dem Sofa bleiben können.“ Und dann – irgendwann – kippt etwas. Dein Atem findet seinen Rhythmus. Deine Schritte werden gleichmäßig. Dein Kopf wird still. Du läufst nicht mehr. Es läuft. Das ist dieser Moment, in dem dein Körper übernimmt und dein Denken Pause macht.

Und plötzlich fühlst du dich kraftvoll, klar, fast unbesiegbar.

Einer meiner persönlichen Flow-Momente findet zum Beispiel im Garten statt.

Wenn ich in den Garten gehe und denke: „Ich jäte nur kurz ein bisschen.“ Nur ein bisschen. Ich knie mich hin. Greife in die Erde. Ziehe ein Unkraut raus. Dann noch eins. Dann sehe ich da hinten noch etwas. Und ach – wenn ich schon mal dabei bin, könnte ich ja auch noch die Kante sauber machen. Und die Pflanze braucht eigentlich auch noch etwas Platz. Und da hinten… na gut, das mache ich auch noch. Irgendwann merke ich: Ich bin komplett verschwunden. Ich spüre die Erde in meinen Händen. Dieses leicht Feuchte, Krümelige. Der Geruch von Boden. Das kleine Geräusch & Gefühl, wenn sich eine Wurzel löst. Mein Atem wird ruhig. Meine Gedanken werden langsamer. 

Es ist fast wie Meditation – nur mit dreckigen Fingern.

Und das Schönste: Ich sehe sofort, was ich getan habe. Das Gefühl - diese freudige Befriedigung danach… Nicht dieses „Ich habe viel geschafft“, sondern dieses warme, zufriedene Gefühl im Bauch. Flow im Garten ist für mich Erdung pur. Ich bin in Kontakt mit der Erde, mit mir, mit dem Moment.

Flow ist für mich: Ich bin einfach. Und genau das ist vielleicht das größte Geschenk am Flow. Er befreit mich für einen Moment von mir selbst. Keine Selbstoptimierung. Kein Vergleich. Nur Tun. Nur Präsenz. Nur dieser eine Moment, der sich vollständig anfühlt.

 Und ganz ehrlich? Mehr Flow bedeutet oft: Weniger Scrollen. Mehr Gestalten.