Christina ist ein Mittelhessenkind aus Marburg, dort geboren, aufgewachsen und gerade dabei, dort auch mit ihrem Mann ein Haus für sich und die beiden Söhne zu bauen.
Was sie in Marburg allerdings auch gemacht hat: Nach ihrem Realschulabschluss startete sie eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, also kurz gesagt zur Krankenschwester, inkl. Fachabitur. Damit ist Christina in einem der Berufe tätig, über den spätestens seit der Coronapandemie alle sprechen und in dem wir massive Notstände haben. Als sie sich jedoch mit 16 für diesen Beruf entschied, da war es noch nicht ganz so schlimm, auch wenn es schon damals keine angesehene Tätigkeit war „anderen Leuten den Hintern abzuwischen“, wie sie sagt.
Doch Christina merkte in einem Praktikum, wie ihr Herz für diesen Beruf brennt und das sieht und hört man ihr auch an, wenn sie darüber spricht. Deshalb ging sie diesen Weg und blieb nach der Ausbildung auch nicht stehen – es folgten diverse Weiterbildungen, aus Interesse, aber auch, weil sie persönlich und fachlich weiterkommen wollte. Bevor sie vor ca. einem Jahr in Elternzeit ging, war sie Stationsleitung einer der Intensivstationen am Uniklinikum Marburg. Wenn sie nächstes Jahr zurückkommt, möchte sie wieder eine Stationsleitung übernehmen.
Wir sprechen mit ihr über die aktuelle Situation in der Pflege, die zunehmende Gewalt durch Angehörige und Patient:innen, den abnehmenden Dank, aber auch über die Frage, wie sie damit umgeht, oft sehr schwierige Schicksale mitzuerleben und über den Weg der Verarbeitung, den sie für sich gefunden hat. Eine wichtige Rolle spielen dabei ihr Mann und ihr Team.
Wir sprechen aber auch über ihre Rolle als Mutter und wie sie diese mit der Verantwortung und dem Arbeitspensum der Stationsleitung vereinbaren konnte, zu Lasten der berühmten „Zeit für sich“ oder „metime“. Warum ihr das aber gar nicht fehlt und sie sich trotzdem nicht erschöpft fühlt, das erzählt sie uns in diesem Gespräch.
Es ist eine Inspiration für uns alle, das zu tun, was wir wirklich lieben und was uns Energie gibt – denn dann braucht es diese „metime“, in der Form, wie sie in so mancher LinkedIn Bubble gerne und oft diskutiert wird, nicht oder nur sehr, sehr selten.
Danke Christina, für deine Offenheit und dein Vertrauen!
Über diesen Podcast:
Mit unserem Podcast wollen wir vermeintlich „ganz normalen“ Menschen eine Stimme geben. Denn viele Menschen haben spannende Wege in ihrem Leben beschritten, Entscheidungen für Abzweigungen getroffen, Herausforderungen bewältigt - und genau das in ihrem Leben auch noch vor sich, oder sind sogar gerade mittendrin.
Die Idee zu diesem Podcast kam uns, weil wir das Gefühl hatten, dass in den meisten Interviewformaten vor allem die Menschen zu Wort kommen, die sehr erfolgreich sind und oft in Positionen, die es in unserer Gesellschaft selten gibt – und damit auch die Lebensrealität selten ist (z.B. Politiker:innen, Geschäftsführer:innen, Gründer:innen). Oft fällt es schwer, daraus konkret etwas für sich selbst abzuleiten, da der eigene Alltag zu verschieden ist.
Und doch sind gerade Vorbilder (oder neudeutsch: Role Models) so wichtig für die persönliche Entwicklung und (nochmal neudeutsch) self empowerment.
Wir sind der Meinung: Viele Menschen können Vorbild sein und Denkanstöße geben, gerade diejenigen, die an ähnlichen Punkten im Leben stehen wie man oder frau selbst.
Wir freuen uns auf dein Feedback - gerne direkt unter diesem Podcast oder via LinkedIn:
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