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Caro war heute Morgen Eisbaden. Das hilft ihr besser als jede Meditation, denn es ist ein Moment, in dem man ganz fokussiert sein muss, weil es sonst viel zu kalt ist. Diesen Fokus hat sie auch beim Spinning, was einer der Gründe ist, warum sie Spinningtrainerin geworden ist.
Das Gespräch mit Caro entwickelt sich anders, als wir am Anfang dachten. Die Start-up Gründerin erzählt uns, wie sie als erste Akademikerin in ihrer Familie ihren Weg gegangen ist, auch wenn ihre Eltern sie nur bis zu einem gewissen Grad darin unterstützen konnten.
Ihr Weg führte sie nach dem BWL-Studium zu Audi in eine Stabsfunktion an der Schnittstelle zum chinesischen Joint Venture. Mit der Dieselkrise begannt sie aber zunehmend mit dem Unternehmen und auch dem Geschäftsmodell zu hadern, weshalb sie in die Innovationseinheit nach Berlin wechselte. Hier arbeitete sie knapp ein Jahr an einem Geschäftsmodell, an das 2017 noch keiner glaubte: Eine belüftete Atemschutzmaske.

Als die Ausgründung scheiterte, kündigte sie und ging zu einem Corporate Incubator, um dem Entwickeln neuer Geschäftsmodelle und dem Gründen treu zu bleiben. Leider musste sie hier erleben, wie eine schwierige Führungspersönlichkeit sich auf die eigene Psyche bis hin zum körperlichen Wohlbefinden auswirken kann.

Stress kompensierte sie bis dahin immer über den Körper und über Sport, heute sagt sie, sie hatte eine Essstörung. Deshalb entschloss sie sich in dieser Zeit dann auch für eine Therapie. Caro erzählt uns offen, was ihr das gebracht hat, aber auch, dass sie noch heute immer wieder in alte Muster fällt und es dann wichtig ist, dass sie gut und bewusst mit sich umgeht.

In ihrem jetzigen Umfeld setzt sie sich genau diesem Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Unsicherheit aus. Zusammen mit ihren beiden Mitgründern führt sie Footprint Technologies, die sich auf digitale Fußvermessung im Onlineschuhhandel konzentrieren, nun seit knapp drei Jahren durch Höhen und Tiefen.

Was ihr hilft, dass der Schnee in der Kugel nach unten sinkt? Ihr eigener Purpose und ihre Rolle im Unternehmen geben ihr Halt.

Was das ist? „Derzeit haben wir mich Brand genannt“, aber am liebsten hätte sie gar keinen Titel. Was sie macht ist vielfältig, vom Recruiting über Employee Retention und interne Prozesse, bis hin zu PR und Marketing. Alles davon hat aber mit Menschen zu tun, was Caro sehr wichtig ist.

Denn was sie gerne noch mehr machen möchte, das ist selbst Mentorin zu sein oder anderen, jüngeren, zu helfen, ihren Weg zu gehen. Wir finden, dass sie das definitiv tun sollte, denn das heutige Gespräch hat uns gezeigt, dass sie in vielen Facetten ein echtes Vorbild sein kann.

Danke Caro, für deine Offenheit und dein Vertrauen!

Wir freuen uns auf dein Feedback - gerne direkt unter diesem Podcast oder via LinkedIn:
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Hinweis: Das Gespräch mit Caro haben wir am 24.3.2023 aufgenommen.

Über diesen Podcast:
Mit unserem Podcast wollen wir vermeintlich „ganz normalen“ Menschen eine Stimme geben. Denn viele Menschen haben spannende Wege in ihrem Leben beschritten, Entscheidungen für Abzweigungen getroffen, Herausforderungen bewältigt - und genau das in ihrem Leben auch noch vor sich, oder sind sogar gerade mittendrin.

Die Idee zu diesem Podcast kam uns, weil wir das Gefühl hatten, dass in den meisten Interviewformaten vor allem die Menschen zu Wort kommen, die sehr erfolgreich sind und oft in Positionen, die es in unserer Gesellschaft selten gibt – und damit auch die Lebensrealität selten ist (z.B. Politiker:innen, Geschäftsführer:innen, Gründer:innen). Oft fällt es schwer, daraus konkret etwas für sich selbst abzuleiten, da der eigene Alltag zu verschieden ist.

Und doch sind gerade Vorbilder (oder neudeutsch: Role Models) so wichtig für die persönliche Entwicklung und (nochmal neudeutsch) self empowerment.

Wir sind der Meinung: Viele Menschen können Vorbild sein und Denkanstöße geben.