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„Wenn ich mich selbst nicht spüre, wie soll ich mich dann um mich kümmern?“

Eine Anmerkung vorab: Unser Gespräch mit Theresa ist intensiv, oder wie wir im Nachgespräch festgestellt haben „für Fortgeschrittene“.

Deshalb haben wir uns auch entschieden, es in zwei Teile zu schneiden.

Theresa ist in einer Patchworkfamilie aufgewachsen, mit insgesamt fünf Geschwistern. Das ist noch nichts ungewöhnliches. Ungewöhnlich ist daran vielleicht, dass sie alle gemeinsam bei ihrem Vater und ihrer Stiefmutter aufgewachsen sind. Der Grund dafür: Theresas Mutter hat in ihrer Kindheit versucht sich das Leben zu nehmen.

Nach dem Abitur ging Theresa nach England, beschloss aber nach einem Anruf ihres Bruders spontan zurückzukommen. Bei ihrem Vater war bereits vor längerer Zeit ein inoperabler Gehirntumor diagnostiziert worden und nun gaben ihm die Ärzte nur noch wenig Zeit zum Leben. Das war eine der besten Entscheidungen ihres Lebens, denn sie konnte ihren Vater in den letzten Tagen seines Lebens begleiten.

So kam es zu ihrer einzigen Lücke im Lebenslauf, die aber ihr Leben veränderte: Sie fand ihre Sprache, wie sie heute sagt. Eine der wichtigsten Rollen bei der Verarbeitung des Todes ihres Vaters spielten die vielen Gespräche mit ihrer Stiefmutter.

Sieben Jahre später starb dann ihre Mutter, selbst gewählt. Ein weiterer Schicksalsschlag, doch auch daraus entwickelte sich etwas, das ihr Leben heute bereichert und sie zu dem Menschen gemacht hat, der sie heute ist: Sie fand über ihre Cousine und Patentante zum Conscious Movement. Theresa ist heute zertifizierte Azul Conscious Movement Trainerin. Im Conscious Movement geht es laut Theresa insbesondere ums Spüren und Erleben, etwas was wir Menschen meistens im Leben verlernt haben. Es ist ein Weg, ihr Weg, Kopf und Körper in Balance zu bringen. Heute ergänzt sie das um ihre Coachingausbildung. Aktuell macht sie eine zweite Coachingausbildung mit dem Fokus auf das autonome Nervensystem und Embodiment.

In diesem Gespräch ist viel drin und es sind nicht die einfachsten Themen. Aber Theresa hat für sich einen Weg gefunden, aus ihrer Trauer, tiefe Liebe entstehen zu lassen. Es ist inspirierend zu sehen, wie sie durch das Leben im Hier und Jetzt und dem Balance halten zwischen Verstand und Körper, eine Ruhe, Lebensfreude und Motivation in all die Themen legen kann, die ihr wichtig sind.

Freut euch auf Teil 2, in dem wir auf Theresas sozusagen „zweites Leben“ eingehen, nämlich ihren beruflichen Lebensweg vom Wirtschaftsingenieursstudium über die Unternehmensberatung bis hin zu ihrem aktuellen Tätigkeitsgebiet bei BMW im Prozessmanagement. Aber auch auf ihre Beziehung zu ihrem Mann, der 19 Jahre älter ist, und ihre gemeinsame Entscheidung, keine Kinder bekommen zu wollen.

Danke Theresa, für deine Offenheit und dein Vertrauen!

Über diesen Podcast:
Mit unserem Podcast wollen wir vermeintlich „ganz normalen“ Menschen eine Stimme geben. Denn viele Menschen haben spannende Wege in ihrem Leben beschritten, Entscheidungen für Abzweigungen getroffen, Herausforderungen bewältigt - und genau das in ihrem Leben auch noch vor sich, oder sind sogar gerade mittendrin.

Die Idee zu diesem Podcast kam uns, weil wir das Gefühl hatten, dass in den meisten Interviewformaten vor allem die Menschen zu Wort kommen, die sehr erfolgreich sind und oft in Positionen, die es in unserer Gesellschaft selten gibt – und damit auch die Lebensrealität selten ist (z.B. Politiker:innen, Geschäftsführer:innen, Gründer:innen). Oft fällt es schwer, daraus konkret etwas für sich selbst abzuleiten, da der eigene Alltag zu verschieden ist.

Und doch sind gerade Vorbilder (oder neudeutsch: Role Models) so wichtig für die persönliche Entwicklung und (nochmal neudeutsch) self empowerment.

Wir sind der Meinung: Viele Menschen können Vorbild sein und Denkanstöße geben, gerade diejenigen, die an ähnlichen Punkten im Leben stehen wie man oder frau selbst.