Vor dem Hintergrund des Wandels im Gesundheitssystem und der auf den Weg gebrachten Krankenhausreform sind insbesondere auf dem Land immer mehr Versorgungsengpässe zu erwarten. „Wir müssen Prozesse so effizient machen, dass wir in Zukunft die Versorgung gewährleisten können“, so der Appell von Dr. med. Thorsten Hornung im Hinblick darauf, dass ärztliches Fachpersonal derzeit ein Drittel der Arbeitszeit mit Bürokratie statt mit Patient*innengesprächen verbringt.
Im Kontext der zunehmenden ambulanten Versorgung schreibt Dr. Olaf Gaus Netzwerkfunktionen eine enorme Bedeutung zu und spricht von einer „Verschränkung von Technik und Ambulantisierung“. Auch Dr. med. Thorsten Hornung erachtet Netzwerke – z. B. zwischen Krankenhäusern und Praxen – und das Vitaldatenmonitoring als besonders wichtig. Er erläutert seine Aussagen im Interview anhand von verschiedenen Beispielen aus medizinischen Abteilungen des UKB, aber auch aus dem Westerwald, den USA und Großbritannien.
Dr. med. Thorsten Hornung wünscht sich, dass bis Ende des Jahres ein Konsens gefunden wird, um das Krankenhaussystem in NRW neu zu gestalten. „Wir haben Werkzeuge, mit denen wir Medizin neu denken und aufbauen können“, so das Fazit des Mediziners.