Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Holzgreve, MBA, ist Leiter des Healthcare Management Programms der Universität St. Gallen und ehemaliger Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender am Universitätsklinikum Bonn (UKB). „Es geht am Ende immer um Patienten“, so Prof. Wolfgang Holzgreve. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig belastbare Strukturen sind und gleichzeitig verdeutlicht, wo es Veränderungsbedarf gibt. Er sieht optimale Qualität in der Gesundheitsversorgung unter anderem gewährleistet durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken und der Forschung, insbesondere im Bereich der Informatik, sowie der Industrie. Zudem betrachtet er klar definierte Klinikabläufe als entscheidendes Kriterium im Hinblick auf die Zufriedenheit von Patient*innen und den ökonomischen Erfolg von Kliniken.
„Da gibt es kein besseres Instrument als die Digitalisierung“, betont Prof. Holzgreve und führt beispielhaft das Projekt ‚Innovative Secure Medical Campus‘ des Universitätsklinikums Bonn an. Dieses widmet sich der Verbesserung von Abläufen entlang der gesamten ‚Patient Journey‘ – von der Anmeldung bis zur Entlassung der Patient*innen, inklusive des herausfordernden Übergangs in die Nachbetreuung. In den Bereichen, in denen die elektronische Datenführung in Kliniken bereits Routine sei, könne sich das keiner mehr wegdenken, glaubt Prof. Holzgreve: „Aber wir müssen eben den Druck aufrechterhalten, dass diese Systeme auch immer anwendungsfreundlicher werden.“
Darüber hinaus diskutiert Dr. Olaf Gaus mit Prof. Wolfgang Holzgreve die Chancen und Herausforderungen der Krankenhausreform und die Ambulantisierung der gesundheitlichen Versorgungsleistungen sowie die dadurch notwendige Anpassung von Vergütungsstrukturen. Außerdem unterhalten sich die Gesprächspartner über die Innovationskultur im Kontext der Gesundheitsversorgung und die Rolle der Patient*innen, die nicht zuletzt auch als Kund*innen verstanden werden können. „Je besser und kundenfreundlicher die Abläufe sind, desto mehr kann man die menschliche Betreuung fördern, um die es uns ja geht“, sagt Prof. Holzgreve abschließend.