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Wenn es um künstliche Intelligenz geht, stehen gleichzeitig die Fragen im Raum, inwieweit und, falls ja, künstliche Intelligenz dem Menschen ähnlich werden darf, soll oder nicht darf bzw. nicht sollte, in welchem Ausmaß es möglich wäre, künstliche Intelligenz derjenigen des Menschen anzugleichen, und ob künstliche Intelligenz jener des Menschen nicht ohnehin längst überlegen ist. Wenn es um rein mathematisch-logische Intelligenz geht, ist die letzte, die dritte Frage, klar mit „Ja“ zu beantworten. Computer rechnen schneller und haben größere Speicherkapazitäten. Vor allem aber: Sie machen keine Fehler. Die erste Frage betrifft in erster Linie ethisch-moralische Aspekte. Sie könnte gar nicht gestellt werden, wenn die Realisierbarkeit des Mensch-Ähnlichen nicht angestrebt würde. Selbstverständlich wird fieberhaft daran gearbeitet. Die zweite Frage ist – noch – offen, weil sie, siehe Frage 1, die Ansprache der menschlichen Intelligenz beinhaltet. Menschliche Intelligenz geht allerdings über das rein Logisch-Mathematische hinaus. Menschliche Intelligenz beinhaltet immer auch unlogische, weil psycho-logische Dimensionen. Das heißt: Der Mensch ist ohne Emotionen, ohne Gefühle, ohne Irrationalität nicht vorstellbar. Welche Kriterien müsste ein Androiden-Roboter erfüllen, um so zu sein, dass Unvoreingenommene ihn mit einem Menschen verwechseln? Wie müsste ein solcher Apparat aufgebaut sein? Was müsste er können? Von den physischen, mechanischen Äußerlichkeiten, die relativ problemlos modelliert werden können abgesehen, gilt es ganz besonders, dem Androiden eine der menschlichen Psyche möglichst nahe kommende Software einzubauen, die dazu führt, dass der Apparat sich menschlich verhält. Der menschliche Makel Wenn man also einen richtigen Menschen nachbauen wollte, müsste man ihm auch den für das Menschsein unverzichtbaren menschlichen Makel einzuhauchen. Keinesfalls sollte er aalglatt und fehlerfrei sein, anderenfalls er rasch als Maschine enttarnt würde. Der Android müsste also so etwas wie neurotisch sein können. Er müsste Humor besitzen. Mitleid und Vorfreude. Ein menschähnlicher Homunculus muss sprechen, erfinden, situationslogisch reagieren und handeln können. Muss fühlen können. Muss das Leiden und die Freude kennen, das Wünschen und Wollen. Und vieles mehr. Oder ist am Ende solches gar nicht notwendig? Reicht es aus, wenn die Maschine checkt, wie wir funktionieren, damit sie, uns dienend, reagiert – und sich bei allem, was sie tut und berechnet, über ihr Maschinen-Sein bewusst bleibt? Zu den Reaktionen gehören auf der menschlich-psychischen Ebene ja auch Kompensationen und die Verdrängung ungewünschter Inhalte, die auf das Innigste mit der auf frühkindlichen Prägungen basierenden Persönlichkeitsorganisation verkoppelt sind. Man müsste einem solchen Maschinen-Menschenwesen also ein dem Menschlichen entsprechendes Sensorium einpflanzen. Man müsste es so programmieren, dass es sich in eine menschliche Person hineinzuversetzen kann. Das heißt: ein solcher Apparat müsste sich die Gefühlslage seines menschlichen Gegenübers vorst
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