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Phillip Maiwald und Mike Kauschke im Gespräch

 

Die zahlreichen Krisen, in denen wir stehen, rufen nach einer Antwort. Der Aktivismus, der beispielsweise auf die Klimakrise und ihre Folgen hinweist, versucht, die Gesellschaft zu einem dringlichen, wirksamen Handeln aufzufordern. Oft ist dieser Aktivismus aber vor allem eine Reaktion auf die Zerstörung oder Ungerechtigkeit und damit in gewisser Weise in der gleichen Denkweise gefangen, aus der viele Krisen in der Tiefe entstehen. Ein Ansatz, der der aus dieser Verkettung von Reaktion und Gegenreaktion auszubrechen versucht, ist der Postaktivismus, bekanntgeworden vor allem durch den nigerianischen Psychologen und Transformationsdenker Bayo Akomolafe.

An diese Gedanken knüpft der Künstler Phillip Maiwald an, die er in seinem Buch „Postaktivismus: Die Stille im Innern der Krise“ ausführt. Er schöpft in seiner Arbeit aus den Ideen der Metamoderne, der Sozialen Plastik von Joseph Beuys, aus anthroposophischen, christlichen, buddhistischen und indigenen Sichtweisen, Kosmologien und Wertvorstellungen sowie dem Konzept eines lebendigen Planeten von Charles Eisenstein.

Er schreibt: „Postaktivismus bedeutet, nicht nur gegen ein äußeres Unrecht zu protestieren, sondern sich der eigenen Verantwortung auf allen Ebenen bewusster zu werden. Zu den Merkmalen und Vorgehensweisen des Postaktivismus gehören – in Ergänzung zu empirischen und als naturwissenschaftlich gesichert geltenden Fakten – auch intuitive, künstlerische und meditative Techniken und Sichtweisen.“

In Radio evolve sprechen wir mit Phillip Maiwald über erweiterte Formen des Aktivismus, die notwendige Transformation unserer Denk- und handlungsweisen und die Frage, ob nur die Schönheit unsere Welt retten kann.