In 22 Sprachen erscheinen jetzt die Memoiren von Gisèle Pelicot, in
langen Interviews ist die 73-jährige Französin überall präsent. In der
neuen Sachbuchfolge von "Was liest du gerade?" sprechen Maja Beckers und
Alexander Cammann über ihr Buch "Eine Hymne an das Leben" und das
Schicksal dieser Frau. Seit dem Prozess in Avignon im Jahr 2024, in dem
ihr Ex-Mann und fast 50 weitere Täter wegen Vergewaltigung verurteilt
wurden, ist sie weltbekannt. Wie geht sie selbst mit ihrer Geschichte
um? Und was ist ihre eigene Botschaft für die geschockte Welt?
Alle reden über die neue, gefährliche Macht der Ultrareichen, nicht nur
in Trumps Amerika. Der junge französische Star-Ökonom Gabriel Zucman hat
in seinem Essay "Reichensteuer. Aber richtig!" eine Idee, wie man
riesige Vermögen belasten sollte, damit die Kluft zwischen Arm und Reich
in den westlichen Gesellschaften nicht noch stärker zur Bedrohung für
die Demokratie wird. Kann sie funktionieren?
Das Zitat des Monats liefert diesmal die Philosophin Miriam Metze mit
ihrem Buch "Unerwidert lieben". Erstaunlich, wie viele Denker sich seit
der Antike über diese traurigen Gefühle Gedanken gemacht haben – und wie
wenig Sachbücher es über unglückliche Liebe gibt.
In der Klassikerrubrik stellen wir Reportagen und Erzählungen des
Schriftstellers Jack London vor, die jetzt in dem Band "Das Erdbeben von
San Francisco" präsentiert werden: Er war 1906 als Augenzeuge dabei, als
dieses Ereignis San Francisco komplett zerstörte – eine mythische
Katastrophe des modernen Amerika, bis heute ein Menetekel für das
moderne Kalifornien.
Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
- Miriam Metze: "Unerwidert lieben". Eine philosophische Tröstung.
Mairisch, 256 Seiten, 24 Euro
- Gabriel Zucman: "Reichensteuer. Aber richtig!". Aus dem
Französischen von Ulrike Bischoff. Suhrkamp, 63 Seiten, 12 Euro
- Gisèle Pelicot: "Eine Hymne an das Leben. Die Scham muss die Seite
wechseln". Aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky. Piper,
256 Seiten, 25 Euro
- Jack London: "Das Erdbeben von San Francisco. Geschichten aus der
Bay Area". Übersetzt von Alexander Kluy. Limbus, 96 Seiten, 15 Euro
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