Wo steht Deutschland bei der Mega-Aufgabe Energiewende? Bei Anruf an
alle sprechen Sie über lokale Widerstände und Nöte und die Pläne von
Wirtschaftsministerin Reiche.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht die Energiewende an einem
Scheidepunkt. Die CDU-Politikerin will die Reformen der Ampel-Regierung
anpassen. Die Förderung von Solaranlagen soll zurückgefahren werden,
dafür plant Reiche Gaskraftanlagen massiv auszubauen.
Bei Anruf an alle wollten wir von Ihnen wissen, ob Deutschland die große
Transformation hin zu erneuerbaren Energien und einem flexiblen
Stromnetz noch schafft, und wo es im Kleinen möglicherweise hakt. Ein
Anrufer aus einer Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern berichtet von einem
geplanten Solarpark, der in diesem Sommer am Widerstand einiger Anwohner
gescheitert ist. Dabei sei das Projekt finanziell und ökologisch
sinnvoll gewesen. Einer der Kritikpunkte von Anwohnern: Man sei "nicht
aufs Land gezogen, um auf Solarplatten zu gucken". Die Gegner hätten
Unterschriften gesammelt, "während die Befürworter stumm geblieben
sind", berichtet der Anrufer. Letztendlich habe der Gemeinderat auf die
"Anti"-Stimmung reagiert und gegen das Projekt gestimmt. Eine weitere
Anruferin würde gerne eine Fotovoltaik-Anlage auf ihrem Dach
installieren, doch ihr Haus sei so klein, dass es sich für
Solar-Unternehmen nicht rechne. Nun überlegt sie, eine Anlage gemeinsam
mit den Nachbarn bauen zu lassen.
Die Anruferinnen und Anrufer, die uns kontaktiert haben, blicken
kritisch auf die Pläne der Wirtschaftsministerin. Dass diese wieder neue
Gaskraftwerke bauen wolle, könne "überhaupt nicht wahr sein", sagt eine
von ihnen. Andere kritisieren Reiches Nähe zur Gasindustrie, für die sie
vor ihrem Ministeramt tätig war. Warum trotzdem viele optimistisch sind,
was die Energiewende angeht, hören Sie in der Folge 66 von Anruf an
alle.
Für Anruf an alle sammeln wir Ihre Sprachnachrichten – und
veröffentlichen sie in dieser Serie. Anruf an alle hören Sie
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Redaktion: Janis Dietz, Tülay Karakuş, Julian Claudi, Katja Diepenbruck
Gesprochen von: Poliana Baumgarten Ton: Konrad Peschmann, The Sound
Shack Technische Entwicklung und Design: Rose Tremlett, Leonie Wismeth
und Niklas Krüger Logo: Lea Dohle Executive Producer: Constanze Kainz,
Ole Pflüger und Mark Heywinkel
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