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Description

Some lyrics of mine

Song
Gegenwind

Das Barometer fällt, der Himmel wird ganz schwarz. Die See reibt sich auf, die Gischt erklimmt Höhen.

Das Leben fordert seinen Tribut. Das Schweigen leerer Augen ist kaum zu vernehmen, aber es prägt das Schicksal mannigfach.

Wir stehen da, das Salz schmecken wir auf den Mündern. Es brennt in den Augen. Tausend Böen peitschen uns durch.

Die Trosse singen im Sturme, der Wind peitscht auf die Segel. Das Lied ihrer Last dringt tief in uns ein, das Schiff bäumt sich auf.

Zitternd beben die Masten. In der Tiefe splittert das Holz. Vertrauen vergeht, derweil trotzt unser Kiel gegen die Brandung.

Es ist der Gegenwind, der uns hier das Wahre lehrt. Sein Widerstand führt unsere Kraft zum Lichte. Wir segeln hart am Wind.

Die Segel stehen steif vor Kraft, es ist eine Zerreißprobe. Wir gewinnen an Fahrt durch den Gegenwind.

Wir kreuzen das Schicksal. Meter um Meter erkämpfen wir den Halt. DIe Woigen spülen uns umher, das Ruder lenkt uns hart.

Ein Schrei der Verzweiflung, das Boot ächzt unter seiner Last. Im Gleichklang des Getöses verklingt unser Mut.

Was durch meine Adern fließt, das ist die Wolllust. Das Meer, sein Spiegel und Glanz, sie bäumen sich auf.

Wie Treibholz treiben wir, blind werden wir von der Strömung gezogen, im Feuer des Regens, vor dem Orkan kann niemand fliehen.

Lass die Gischt nur steigen, lass die Dünung schwerer geh’n. Kein Lob und kein Jubel, nur die Arbeit und der Gesang treiben uns an.

Auf schwankenden Planken sind wir gestanden. Beständigkeit haben wir gesucht. Der Nordstern ist nirgendwo mehr, das Dunkel verbirgt den Tag so sehr.

Ach gutes Licht, wer die Last der Schwere nicht kennt, der spürt auch keine Freiheit von ihr. Das Bollwerk der Liebe, unsere Sehnsucht, ein Fels in der Flut.