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Wissensaneignung kann ein Laster werden. Immer dann, wenn es aus dem Wunsch entsteht, Kontrolle oder Macht auszuüben, sich zu profilieren. Eine ungesunde Neugierde nach Wissen liegt dem fundamentalen Irrweg jeder Gnosis zu Grunde: Heil kommt durch Wissen. Ich muss nur genügend kapieren, dann ist alles gut. Der Christ hingegen würde sagen: das Heil kommt nicht durch Wissen, sondern durch die Liebe. Annahme der Liebe, die von Gott kommt und Hingabe an diese Liebe, die Gott ist. Wissen ist immer im Dienst der Liebe, nicht andersherum. Daher wenn wir von „Weiterbildung“ in unserer Spiritualität reden, dann ist der tiefste Grund, nicht das Begehren nach Wissen, sondern aus der Liebe heraus, der Wunsch den Geliebten und seine Schöpfung besser kennenzulernen. Die Suche nach Wissen muss immer einer demütigen Haltung entspringen. Zu verstehen: ich darf noch viel lernen. Und mein Wissen soll immer im Dienst der Mission sein, die mir aufgetragen ist, die ich selbst bin. Aber die Mission ist der Liebe gleich, dessen Abbild ich bin und in dessen Dienst ich stehe. Es ist einer der genialsten Intuitionen des Christlichen, dass Wissen nicht automatisch zum Himmel führt, sondern genauso zur Hölle führen kann und es oft genug tut. Wissen losgekoppelt von Liebe ist so ziemlich genau das, was Lucifer zum Lucifer macht. „Und sie sahe, dass der Baum dazu verlockte, klug zu werden“ (Gen 3,6).
Heute durfte ich (P. George) einen Impuls zum Thema „Weiterbildung und Mission“ in der Reihe „Zentriert – eine Einführung in die Spiritualität des Regnum Christi“ halten. Hier kann man den Vortrag nachhören.