I hob sie gsehn beim Hofer in da Schlang
De Hoor so schön, i hob mi kaum beherrscht lang
I sog: „Entschuidigung, Sie seng echt super aus"
Sie schaut mi o – und dann fliag i raus
„Das ist objektifizierung, weißt du des ned?"
I steh do, roat im Gsicht, und denk ma: Jetzt is es so weit
I wollt nur nett sein, ehrlich, hand aufs Herz
Oba nett sein ist heit offenbar a Schmerz
I trau mi nimma, i trau mi nimma
Kumpliment mochn – des wird imma schlimma
I schau aufs Boden, i schau auf mei Schuh
Und denk ma: Bruda, hoit einfoch dei Ruh
I trau mi nimma, i trau mi nimma
De Welt is anders worn, i werd net schlimma
I bin ka Böser, i bin kan Trottel, na
Oba i schweig jetzt – des is sicherer, ja
Beim Date hab i gsagt, sie kocht so guat wie mei Mam
„Vergleich mich nicht mit deiner Mutter, Mann"
I hob gsagt, sie is stark – „Don't patronize me bitte sehr"
I hob gsagt nix mehr – des war leichter, ehrlich gschwor
Sie liest Bücher über Patriarchat und Macht
I les die Zurückweisung – und lach... eigentlich ned, i wach
Um drei in da Nacht und frag mi: Bin i a Problem?
Oda darf i einfoch nur ka Wimmerl aufstehn sehn?
I trau mi nimma, i trau mi nimma
Kumpliment mochn – des wird imma schlimma
I schau aufs Boden, i schau auf mei Schuh
Und denk ma: Bruda, hoit einfoch dei Ruh
I trau mi nimma, i trau mi nimma
De Welt is anders worn, i werd net schlimma
I bin ka Böser, i bin kan Trottel, na
Oba i schweig jetzt – des is sicherer, ja
Mei Opa hod zu mei Oma gsagt: „Du bist de Schönste weit und breit"
Sie hod gelacht, sie war stolz – des war a andare Zeit
Heit überleg i zwanzg Mal jeden Satz
Und dann sog i: „Schönes Wetter" – und des is mein Ersatz
I trau mi nimma, i trau mi nimma
I kauf ma lieba an Kaffee und nimm a Zimma
Für mi alloan – mit meim Hund und meim Bier
Oba ehrlich gsagt... i vermiss sie trotzdem hier
I trau mi nimma... oba irgendwann
Kummt vielleicht wer, de des versteht – als Mann
Bis dahin schau i aufs Boden, schau auf mei Schuh
Und hoff, dass irgendwann... irgendwer sagt: „He, du."