Der globale Bedarf an Rohstoffen wächst rasant – mit gravierenden Folgen für Wasser, Umwelt und Gesundheit, vor allem in Lateinamerika. Bergbau verschmutzt Flüsse, Seen und Grundwasser und gefährdet die Lebensgrundlagen vieler Menschen. Wir schauen genauer hin: Wie machen Aktivist*innen Umweltzerstörung sichtbar? Welche Rolle spielen Daten, Transparenz und Lieferketten? Und wie kann Verantwortung entlang der gesamten Rohstoffkette durchgesetzt werden?
Zitat der Folge:
„Dieser Prozess der Umweltüberwachung durch die Gemeinden selbst hat sich meiner Meinung nach gut etabliert. Viele Bauern, mit denen wir zusammenarbeiten sind inzwischen seit mehreren Jahren dabei. Und jetzt bringen sie anderen Gemeinden bei, wie man die Wasserqualität in der Heimatregion selbst überwacht.“
Juan Diaz, Umweltaktivist bei der Orginasation Terrea
Episodenbeschreibung:
Der Abbau von metallischen Rohstoffen, Kohle oder Gold ist wasserintensiv und geht häufig mit massiver Wasserverschmutzung einher. Giftige Schwermetalle wie Arsen, Cadmium oder Quecksilber gelangen in Flüsse, Seen und Böden – mit teils dramatischen Folgen für Gesundheit, Ökosysteme und das Leben der Menschen vor Ort. Besonders betroffen sind Regionen in Lateinamerika, wo Bergbau ein zentraler Wirtschaftszweig ist.
In dieser Folge des böll.podcast sprechen wir über die sozialen und ökologischen Konsequenzen des Bergbaus, über Umwelt- und Gesundheitsrisiken und darüber, wie lokale Communities gemeinsam mit Aktivist*innen Wasserdaten erheben. Die gesammelten Daten schaffen Sichtbarkeit, stärken die Betroffenen und werden zunehmend auch in Gerichtsverfahren genutzt. Außerdem diskutieren wir, warum Transparenz in Lieferketten nicht nur für Menschen und Umwelt, sondern auch für Unternehmen und Investor*innen von Vorteil sein kann – und welche politischen Konflikte es um globale Umwelt- und Wasserstandards gibt.
Unsere Gesprächspartner*innen:
Fabiola Vargas
• Umweltaktivistin, Bolivien
Juan Diaz
• Umweltaktivist, NGO Terrea, Kolumbien
Johanna Sydow
• Referentin Internationale Umweltpolitik, Heinrich-Böll-Stiftung
Joe Ray
• Datenanalyst, CDP (Carbon Disclosure Project)
Autorin der Folge: Mandy Schielke
Host: Lukasz Tomaszewski
Weiterführende Artikel und Quellen:
• „Zeitenwende, Rohstoffwende?": https://www.baks.bund.de/en/node/2421
Hintergründe auf boell.de:
• „Wasseratlas 2025 – Daten und Fakten über die Grundlage allen Lebens“, herausgegeben von Heinrich-Böll-Stiftung und BUND: https://www.boell.de/de/2024/11/26/wasseratlas-2025
• „Hunger nach Rohstoffen": https://www.boell.de/de/boellthema/boellthema-22023-blendwerk
• „Community Monitoring DE": https://www.boell.de/de/2023/10/03/der-fall-espinar-cusco-peru
• „Community Monitoring EN": https://eu.boell.org/en/environmental-responsibility-through-supply-chains
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böll.podcast
Gebündelt und auf den Punkt gebracht: böll.podcast ist das neue Podcastformat der Heinrich-Böll-Stiftung. Hier sprechen unsere Hosts Emily und Lukasz jede Woche mit Gäst*innen über Politik, Gesellschaft und Umwelt. Es geht um Ideen, Konflikte und Fragen, die uns heute bewegen und unser Morgen prägen. Jede Folge eröffnet neue Blickwinkel und lädt dazu ein, gemeinsam weiterzudenken.
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Fotocredits: Johanna Sydow, Bearbeitung: hbs