Dass der Comic politische Inhalte zu transportieren vermag, zeigt ein Blick auf das Genre des Shoah-Comics. Spätestens seit Art Spiegelmans „Maus“ ist klar: Grafisches Erzählen kann einen wertvollen Beitrag zur Erinnerungskultur leisten.
Martin Frenzel zeigt in seinem Vortrag die facettenreiche Entwicklung des Holocaust-Comics: Von den Anfängen (Horst Rosenthal, Calvo, Berni Krigsteins „Master Race“) bis zu neueren Arbeiten wie Kichkas „Zweite Generation“, Crocis’ „Auschwitz“, „Der Fotograf von Mauthausen“, „Jan Karski: Zeuge der Shoah“ aus Italien; den schwedischen Comic „Bald sind wir wieder zu Hause“; den Anne Frank-Comic von Folman/Polonsky und die Graphic Novel „Beate und Serge Klarsfeld – Die Nazijäger“. Sie alle belegen, dass der Comic den Vergleich mit anderen Medien nicht zu scheuen braucht.
M.A. Martin Frenzel ist Comicforscher und -journalist, seit den 1980er Jahren in der Comic-Szene aktiv und war Festivalleiter der „1. Mainzer Comic-Tage“. Er lebt in Darmstadt und ist bei der dortigen Volkshochschule Fachbereichsleiter für Politik, Gesellschaft und Kultur. Er promoviert zudem an der Universität Koblenz und gibt das Online-Fachmagazin Comicoskop (www.comicoskop.com)heraus. Seine Forschungsschwerpunkte sind u.a. Politik und Geschichte im Comic, insbesondere der Holocaust sowie Sinti*zze und Rom*nja im Comic. Publikationen in Auswahl: „Über ,Maus‘ hinaus. Erfundene und biografische Erinnerung im Genre der Holocaust-Comics. […]“, in: Palandt, Ralf (ed.): Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Comics, 2011; „Der Holocaust im Comic“, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ) 33-34/2014.