Eine neue Studie von Avery, Leibbrandt und Vecci, veröffentlicht im CESifo Working Paper Nr. 10996, untersucht den Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Geschlechtervielfalt im Recruiting, besonders in technologieorientierten und männerdominierten Branchen. Die Forscher zeigen, dass sich Frauen eher bewerben, wenn ihre Bewerbung von einer KI statt von Menschen bewertet wird. Durch den Einsatz von KI-basierten Auswahlverfahren steigt die Bewerbungsrate von Frauen um etwa 30 %, während die männliche Bewerberquote leicht abnimmt. Dies liegt unter anderem daran, dass Frauen KI als weniger voreingenommen empfinden.
Die Studie stellt fest, dass menschliche Recruiter im oberen Leistungsbereich tendenziell männliche Bewerber bevorzugen. Dieser Geschlechterbias verschwindet jedoch bei KI-gesteuerten Bewertungen, was zu einer ausgewogeneren Auswahl führt und subjektive Einflüsse reduziert. So unterstützt KI den Aufbau eines vielfältigeren Bewerberpools, ohne die Qualität der Bewerbungen zu beeinträchtigen.
In der Praxis empfehlen die Forscher den gezielten Einsatz von KI-Tools, um weibliche Talente im Tech-Sektor gezielt anzusprechen. In einem Experiment bewarben sich 35 % mehr Frauen, wenn sie wussten, dass eine KI ihre Bewerbung bewertet. KI-gestützte Auswahlverfahren bieten somit eine strategische Möglichkeit, um Diversitätsziele zu erreichen, Transparenz und Fairness im Recruiting zu fördern und das Vertrauen in objektive Einstellungsprozesse zu stärken.
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