Von einer Therapierevolution spricht Prof. Dr. Stephan Grabbe, Direktor der Hautklinik und Poliklinik, in seinem Interview mit Prof. Dr. Ralf Kiesslich bei einer neuen Folge der Reihe „InsideUM“ gleich mehrfach. Beim schwarzen Hautkrebs etwa hat vor allem die Entfesselung des Immunsystems dazu geführt: „Wir wissen heute, dass es im Immunsystem sozusagen eingebaute Bremsen gibt, die verhindern, dass das Immunsystem den Tumor angreift. Wenn wir diese Bremsen blockieren, können wir das eigene Immunsystem dazu bewegen, Tumorzellen und Metastasen zu beseitigen.“ Und das mit beeindruckendem Erfolg: „Bei schwarzem Hautkrebs war vor 15 Jahren die Bildung von Metastasen gleichbedeutend mit einem Todesurteil. Heute heilen wir 50 Prozent dieser Patient:innen. Hier sieht man, wie Forschung beim Menschen ankommen kann.“
Eine weitere Therapierevolution macht Stephan Grabbe bei der Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen aus, etwa bei Neurodermitis. „Wir haben verstanden, wie die Entzündungsprozesse vonstattengehen, die zum Beispiel den quälenden Juckreiz auslösen. Und wir haben Medikamente, die diese Entzündungsfaktoren gezielt abschalten.“