Listen

Description

Die Abkürzung TPM steht für Trusted Platform Module. Es handelt sich hierbei um einen Mikrochip, der Computer oder ähnliche Geräte um grundlegende Sicherheitsfunktionen erweitert, um die Plattformintegrität sicherzustellen. Sobald es auf einem System installiert ist, dient es zur sicheren Hinterlegung von Schlüsseln, Passwörtern und digitalen Zertifikaten, um eine Plattform-Validierung zu ermöglichen, eine zentrale Vertrauensbasis einzurichten und die Voraussetzungen für das Management von Anwender-Legitimationen zu schaffen. Außerdem lässt sich mit dem TPM verifizieren, dass an der Hardware keine Veränderungen vorgenommen wurden und am BIOS keine Manipulationen erfolgt sind.

TPM-Chips werden grundsätzlich nach der TCG-Spezifikation entwickelt. Die TCG-Spezifikation basiert auf einem offenen herstellerneutralen Industriestandard, der durch die Trusted Computing Group, einer Non-Profit-Organisation von Firmen, für das Trusted Computing entwickelt, definiert und gefördert wird.

Das TPM ist laut TCG-Spezifikation ein passives Modul. Das bedeutet, dass jede Aktion einer TPM-Komponente von außerhalb des TPM über eine entsprechende Schnittstelle angestoßen werden muss. Auf den ersten Blick ist es mit einer Chipkarte vergleichbar. Das heißt es enthält unter anderem logische Einheiten, Speicherbereiche und einen Ein-/Ausgabekanal. Der signifikante Unterschied besteht jedoch darin, dass ein TPM-Chip an eine Plattform bzw. ein System gebunden ist, wogegen eine Chipkarte in aller Regel einen einzigen Besitzer hat.

Die Sicherheitsfunktionen, die die TPM-Module bieten, sind umfassend. Dazu zählen:

Versiegelung, Auslagerung, Bescheinigung, Schutz für kryptografische Schlüssel und sicherer Zufallsgenerator.

Außerdem sind im Trusted Platform Module diverse Zertifikate und Schlüsselpaare enthalten, die zum einen die Korrektheit des Herstellungsprozesses bestätigen sollen und zum anderen das Modul eindeutig identifizieren und zum Verschlüsseln oder digitalen Signieren von Daten dienen.

  1. Platform Zertifikat — Das Plattform-Zertifikat wird vom Hersteller der Plattform — also etwa eines PCs, Laptops oder Mobiltelefons — ausgestellt. Es bestätigt, dass alle Plattform-Komponenten der TCG-Spezifikation genügen und dass die Plattform ein gültiges Trusted Platform Module enthält. Es wird also bescheinigt, dass das aktuelle System eine vertrauenswürdige Plattform darstellt.
  2. Conformance Zertifikat — Dieses Zertifikat bestätigt, dass das TPM-Design in der Plattform der TCG-Spezifikation genügt und das TPM korrekt implementiert ist.
  3. Validation Zertifikat — Dieses Zertifikat stellt für Komponenten oder Komponentengruppen wie beispielsweise Grafikkarten oder Eingabegeräte die Übereinstimmung und Korrektheit der Implementierung gegenüber der TCG-Spezifikation sicher.

Die genannten Zertifikate dienen dem Nachweis der Vertrauenswürdigkeit des Computersystems im Auslieferungs- bzw. Herstellungszustand. Alle entsprechenden Schlüssel befinden sich an ausgezeichneten Speicherplätzen innerhalb des TPMs.

Neben diesen Zertifikaten und Schlüsseln enthält jedes Trusted Platform Module einen eindeutigen Storage Root Key, kurz SRK.

Als weitere fundamentale Basiskomponenten des Trusted Platform Module sind die Roots of Trust zu nennen.

Bevor wir nun zum Ende unseres heutigen Podcast kommen, möchte ich kurz die wichtigsten Punkte noch einmal zusammenfassen.

Mit einem Trusted Platform Modul können Sie ihre Geräte wie Mainboards von PCs, Notebooks und Mobiltelefone um grundlegende Sicherheitsfunktionen erweitern.  Zusammen mit einem angepassten Betriebssystem und einer geeigneten Software erstellen Sie mit einem Trusted Platform Modul eine Trusted Computing Plattform. Diese ermöglicht eine weitreichende und umfangreich konfigurierbare Zugriffs- und Verwendungskontrolle, die typischerweise in Bereichen wie dem Lizenzschutz und dem Datenschutz genutzt wird. TPM-Chips stellen Ihnen verschiedene Sicherheitsfunktionen bereit um die Plattformintegrität zu gewährleisten.

Kurzum: Auf ein TPM kann immer dann zurückgegriffen werden, wenn es gilt, sichere kryptografische Operationen durchzuführen und/oder ein sicheres Speichermedium bereitzustellen.

Kontakt: Ingo Lücker, ingo.luecker@itleague.de