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Ich bin vorletzten Mittwoch um 5:00 Uhr aufgewacht, habe meinen Laptop hoffnungsvoll geöffnet, um herauszufinden, dass die Amerikaner Donald Trump gewählt hatten. Das ist natürlich ihr gutes Recht, aber mich hat das traurig gemacht. Am Abend ist dann auch noch die Ampel kaputtgegangen. Der Tag wurde einfach nicht besser.

Ich erzähl Dir das, weil ich in den letzten Monaten sowohl für den Ethikunterricht als auch für Predigten ganz viel über Fatalismus nachgedacht und ausgearbeitet habe und an dem besagten Mittwoch hab ich gemerkt, dass ich selber in diese Hoffnungslosigkeit abgedriftet bin.

Ich merke auch, ich schaff das nicht alleine. Ich brauche gute Menschen, die mit mir zusammen traurig sind, die das noch glauben können, was mir schwerfällt, deren Hoffnung auch noch nicht ganz tot ist. „Deine Gegenwart ist Medizin für die Trauernden“, hat ein Schamane auf einer Beerdigung in meiner damaligen Heimat, Sechelt, gesagt.

Wie lernt man gut zu trauern? Warum ist es so wichtig, sich dafür Zeit zu nehmen? Wie helfe ich anderen beim Trauern?