Der Alleskönner – warum wir ihn feiern und gleichzeitig verabschieden müssen
Alle Persönlichkeitsmerkmale, die von einem Unternehmer oder einer Unternehmerin heute gefordert werden, drücken dich fast automatisch in die Rolle des Alleskönners.
Du sollst visionär sein und gleichzeitig operativ stark. Strategisch denken, aber auch Kundenservice machen. Buchhaltung im Blick haben, verkaufen können, ein guter Leader sein, ein kreativer Kopf, Social Media Experte, Technik-Genie, Organisationstalent, Netzwerker*in, Teamplayer – und dann bitte auch noch belastbar, gelassen, empathisch und motivierend.
Ganz ehrlich: Das ist ein Jobprofil für mindestens fünf Leute – nicht für eine einzige Person.
Und trotzdem versuchen wir es. Weil wir denken, es muss so sein. Weil wir denken, wir dürfen keine Schwäche zeigen. Und weil wir glauben, dass uns das „selbst und ständig“-Dasein glaubwürdiger macht als Unternehmer*in.
Aber genau hier beginnt der Irrweg. Denn der Alleskönner, den wir alle mal sein wollten (oder mussten), hat seinen Dienst getan. Es ist an der Zeit, ihn mit einem dankbaren Nicken zu verabschieden. Er hat uns bis hierher gebracht – aber er bringt uns nicht weiter.