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Description

Schon gegen Ende ihrer eigenen Krebstherapie begann Melanie eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin.
In dieser Folge spricht sie darüber, dass Trauer kein Zustand ist, den man abschließt, sondern etwas, das bleibt und in veränderter Form ein Teil unseres Lebens wird.

Sie erzählt, wie sich Trauer anfühlen kann, wenn nicht ein Mensch, sondern das eigene Lebenskonzept verloren geht: ein Zukunftsbild, ein Kinderwunsch, ein vermeintlich sicherer Weg. Auch ihre eigene ungewollte Kinderlosigkeit durch die Krebserkrankung hat in ihr einen tiefen Trauerschmerz hinterlassen, der Teil ihres Lebens geworden ist.

Melanie beschreibt, wie wertvoll geschützte Räume sind, in denen Gefühle nicht bewertet werden. Sie erklärt, dass es entlastend sein kann, Wut zuzulassen - auf das Leben, auf die Situation, auf das Unverfügbare. Dass Weinen eine befreiende Wirkung haben kann und es manchmal notwendig ist, die eigene Trauer laut, hemmungslos und ehrlich zu leben, damit sich ein Stück Gewicht aus dem Trauerrucksack lösen kann.

Außerdem erzählt sie, wie Menschen in Gruppen Halt finden können, wenn Worte fehlen, und wie Tiere in der Begleitung eine besondere Form von Nähe und Ruhe schenken. Trauer kann sich nur dann bewegen und verändern, wenn Gefühle ihren Platz haben dürfen - alle Gefühle.