Alle reden über Drogen. Aber fast immer über die falschen.
In dieser Folge von Proletenprosa geht es nicht um das Klischee vom Bahnhofsjunkie, nicht um die ausgestreckte Hand im Park, nicht um das moralisch bequeme Feindbild. Es geht um die anderen. Um die Funktionierenden. Die Unsichtbaren. Die mit festem Händedruck und weicher Leber. Die mit zwanzig Lungenbrötchen pro Tag. Die mit der Vape wie ein USB-Rosenkranz. Die mit zwei Korn zum Frühstück und einer stabilen Steuer-ID.
Wir sprechen über Alkohol, Nikotin, Cannabis und das große deutsche Talent zur Doppelmoral. Über die neue Legalität des Kiffens und ein Konzept, das wirkt, als sei es zwischen Mitternacht und Ministeriumskantine entstanden. 25-Gramm-Regel. Drei Pflanzen. Keine Steuer. Viel Rauch. Wenig Plan.
Während unten auf der Straße Joint-Jochen Aktien checkt, Hash-Omi ihre Haschplätzchen steuerfrei vertickt und Willi-Promilli sich zuverlässig in Richtung Leberzirrhose arbeitet, bleibt eine Frage in der Luft hängen wie abgestandener Kneipenqualm: Wer gilt hier eigentlich als Problem?
Diese Folge ist ein Spaziergang durch Grauzonen. Eine Beobachtung aus dem Küchenfenster. Eine Abrechnung mit selektiver Empörung. Und ein Blick auf eine Gesellschaft, die lieber funktioniert, als ehrlich hinzuschauen.
Legale Drogen ist keine Moralpredigt. Es ist ein Spiegel. Und der Rauch zieht trotzdem rein.