Zwei Leben. Ein Moment. Null Uhr.
Auf einer Yacht vor St. Barth feiert Peer den Jahreswechsel im Rausch aus Geld, Kontrolle und Dekadenz. Alles ist perfekt inszeniert, alles glänzt, alles wirkt unantastbar. Erfolg als Dauerzustand. Überlegenheit als Selbstverständnis.
Zur gleichen Zeit, tausende Kilometer entfernt, sitzt Lars am Dortmunder Hauptbahnhof. Kalter Beton, billiges Bier, ein gesammelter Sekt für einen letzten symbolischen Anstoß. Kein Zuhause, keine Perspektive, nur Müdigkeit vom Immer-Weiter.
„Null Uhr, Null Gnade“ stellt Reichtum und Absturz nebeneinander, ohne zu werten und ohne Trost zu spenden. Zwei Extreme, die sich im gleichen Augenblick berühren. Zwei Arten, an der Welt zu scheitern.
Eine Silvesterfolge ohne Neuanfangsversprechen.
Dunkel, roh und kompromisslos – Proletenprosa, wie sie sein soll.