Listen

Description

„Ende oder Wende“ könnte man das ökoemanzipatorische Projekt übertiteln, das in den letzten fünfzig Jahren zunehmende Breitenwirkung entfaltet hat. Entweder schaffen wir die große Wende hin zu einer nachhaltigen, klimaverträglichen Wirtschaftsform – oder wir riskieren, dass kommende Generationen einen zunehmend lebensfeindlichen Planeten managen müssen und unser heutiger Wohlstand definitiv vorbei ist. Erst jüngst hat der Club of Rome in einem neuen Bericht seine Warnungen weiter verschärft, er fordert jetzt mehr als eine Wende – nämlich eine Kehrtwende.
Und dennoch scheint die Alternative falsch zu sein. Weder Ende noch Wende sind bisher eingetreten. Stattdessen stehen wir heute vor Einsichten, die uns desillusionieren. Zunehmend, so hält uns der Politikwissenschaftler Ingolfur Blühdorn vor Augen, "erweist sich die Überzeugung als unhaltbar, dass mehr Demokratie unbedingt zu mehr Nachhaltigkeit führe". Stattdessen spreche viel dafür, "dass gerade der politische Druck für mehr demokratische Teilhabe immer schon ein wesentlicher Motor der fossilen Wachstumswirtschaft war sowie auch der fortgesetzten Externalisierung sozialer und ökologischer Kosten". 
Öffnet sich die Schere zwischen demokratischer Freiheit und ökologischen Zwängen also immer weiter – und müssen wir uns für das eine oder das andere entscheiden?