Bei einem sehr schönen Abend in der letzten Woche sind mir viele der älteren Gäste aufgefallen, die ein zerfurchtes aber heiteres Gesicht hatten und die eine sehr freundliche Gelassenheit ausgestrahlt haben. Da ist mir ein Zitat eingefallen, dass ich vor vielen Jahrzehnten mal gelesen habe, das mich damals sehr beeindruckt und lange begleitet hat. An dem Abend ist es mir wieder in Erinnerung gekommen. Es ist vom Jesuiten Wilhelm Eberschweiler, der aus der Eifel stammte, in der Zeit des Kulturkampfes in Deutschland mit den Mitbrüdern nach Holland und England gegangen ist und 1921 gestorben ist. Er hat unter anderem mal gesagt: "Die Heiterkeit und Freudigkeit des Herzens will ich zu bewahren suchen um damit allen zu zeigen, einem wie guten Gott ich diene."Ich glaube, viele von Ihnen kennen Menschen, die genau das ausstrahlen, ohne es jemals zu benennen und ohne davon selbst zu wissen. Natürlich gibt es Lebensphasen, wo das schon sehr anders sein kann. Wo Sorgen und Belastungen, schwierige Aufgaben und Positionen, Krankheiten und familiäre Probleme stark prägend und auch zeichnend sind und Falten und andere Spuren in Gesichtern hinterlassen. Aber gerade auch später, im Alter, spürt man in der Begegnung mit Menschen, die Schwerstes und Kriege und Katastrophen erlebt haben, genau diese innere Heiterkeit und Freudigkeit des Herzens, die sie durch all das durchgetragen hat. Bei Großeltern und Eltern und bei vielen unserer sehr alten Schwestern kann ich diese Entdeckung immer wieder machen. Bei diesem Wort von Pater Eberschweiler fällt mir aber auf, dass er sagt: "Die Heiterkeit und Freudigkeit des Herzens WILL ICH ZU BEWAHREN SUCHEN …" – Es ist also seinerseits der Vorsatz und der unbedingte Wille, das, was ihm von Gott geschenkt ist, zu bewahren und anderen Leuten erfahrbar zu machen und weiterzugeben. Und das ist Arbeit und Anstrengung und fällt garantiert nicht einfach in den Schoß.