Wir sind in den letzten Tagen des alten Kirchenjahres, bevor am Sonntag mit dem 1. Advent wieder ein ganz Neues anfängt.Dieser Kreislauf des Erinnerns an all die Geschehnisse und Taten Gottes mit den Menschen ist schon eine beeindruckende Idee und ein göttliches Spiel. Wir werden wieder ganz neu mitgenommen in ein Jahr, das anders läuft und anders rechnet als das bürgerliche Jahr. Das neue Kirchenjahr beginnt mit großen Vorhersagen und interessanten Träumen, mit einer Geburt im Stall und Anbetung von Königen, aber mit sofortiger Bedrohung und Flucht und Not und Angst.Nein, wir glauben nicht an einen Kuschelgott der lieb und freundlich zu uns ist und unsere Wünsche erfüllt. Wir glauben an einen Gott, der uns die Höhen und Tiefen unseres Lebens nicht abnimmt oder weichspült. Wir glauben an einen Gott, der durch alle unsere Höhen und Tiefen mitgeht und uns nicht verlässt, sogar wenn wir ihn verlassen sollten. Dieses neue Kirchenjahr mit seinem Advent und Weihnachten, seiner Fastenzeit und Ostern, den Pfingstereignissen und den vielen anderen Geschehnissen will uns helfen, den Kontakt nicht zu verlieren zu diesem mitgehenden Gott und zu unserer eigenen, unsterblichen Seele, in der sich Gott verbirgt und immer neu entdeckt werden will.Die vergangene Coronapandemie mit all ihren Bedrohungen und Einschränkungen und die Kriege und Katastrophen der Jetztzeit machen uns ganz neu unsere globale Vernetzung und unsere einsame Zerbrechlichkeit deutlich. Denen die ihren Arbeitsplatz verloren haben, in Kurzarbeit sind und Existenzängste haben, denen die einen lieben Menschen verloren haben und jetzt alles vermissen, was sie sonst mit der wundervollen Weihnachtszeit verbinden, denen, die spüren, dass es doch da mehr geben muss als Geschenkerausch und holde Glückseligkeit, all denen gilt die gleiche Zusage und Aufgabe: "Mache dich auf und werde Licht, denn Dein Licht kommt!"