Was ein Faradayscher Käfig ist und wieso man beispielsweise in Eisenbahnzügen vor Blitzeinschlag geschützt ist, war im Grunde schon Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Im Pinneberger Tageblatt vom 24. August 1925, das sich mit den „Launen des Blitzes“ befasste, findet sich davon erstaunlicherweise jedoch nichts. Statt naturwissenschaftlicher Vertiefung werden allerlei Legenden von Blitzeinschlägen der Vergangenheit hervorgekramt und erzählerisch hübsch aufbereitet, womit bewiesen wäre, dass sich die Mystifizierung von Extremwetterereignissen, wie sie die Menschen über Jahrtausende betrieben, nicht innerhalb weniger Jahrzehnte naturwissenschaftlicher Aufklärung aus der Kultur verbannen ließ. Rosa Leu berichtet für uns von Katastrophen und Wundern.