Listen

Description

Stephan Eicher schockiert das Publikum gleich zu Beginn: «Bob Dylan ist ein Arschloch! Johann Sebastian Bach auch! Chet Baker, Leonard Cohen, Kuno Lauener – was soll ich da noch auf einer Bühne? Die sind alle so gut, dass ich mich nicht traue, am Morgen aufzustehen und etwas zu machen! Ich hätte vielleicht lieber auf meine Eltern hören und Drogist werden sollen.» Aber es gehe doch darum, die Angst zu überwinden und ins Leben hineinzuspringen. Einfach mal machen.

Im Talk in der Café-Bar Nordbrücke vermischen sich die Themen. So wie sich bei Dylan – wie auch bei Eicher – die Charaktere und die Stilrichtungen vermischen. I Contain Multitudes gilt wohl für beide. Stephan Eicher bringt es für sich so auf den Punkt: «Ich versuche jeden Morgen, mich zu überraschen! Ich habe ein tolles Leben geschenkt bekommen, in welchem ich machen kann, worauf ich Lust habe. Um dies zu respektieren, versuche ich, es künstlerisch so intensiv wie möglich zu gestalten.»

Stephan Eicher kam über seinen Bruder, der Gitarre spielte und ein Songbuch hatte, auf Bob Dylan. Seine erste Platte war The Freewheelin’ Bob Dylan. Oder vielleicht das Debüt-Album Bob Dylan? Danach ging er chronologisch vor. Blonde On Blonde mochte er zuerst nicht, das war so aggressiv im Sound. Dylan zu hören sei wie als Kind Oliven zu essen. Zuerst findet mans grusig, später kombiniert man es mit allem. Jedenfalls war Eicher von Dylan vor allem wegen dessen Leidenschaft hingerissen. Und zwar in erster Linie von den Melodien, erst danach von den Texten.

Lukas Langenegger spielt und singt Eichers Wunschsongs: Just Like A Woman, I Contain Multitudes, Billy (aus Pat Garrett & Billy The Kid) und If You See Her, Say Hello. Don’t Think Twice, It’s All Right hingegen trägt Stephan Eicher persönlich vor und leiht sich dafür Lukas' Gitarre aus.