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Description

Eine karge und extrem trockene Region im Nordosten Brasiliens enthält einen Schatz der Menschheit: In der Serra da Capivara im Bundesstaat Piauí gibt es Felswände mit Zeichnungen ihrer früheren Bewohner, aber auch steinzeitliche Feuerstellen und Werkzeuge. Viele dieser Fundstellen sind Jahrtausende alt, manche sogar zehntausende. Als sie entdeckt wurden,  stellten sie die bis dahin geltenden Erkenntnisse über die Besiedelung Amerikas auf eine harte Probe. Amerika war viele tausend Jahre früher von Homo sapiens besiedelt worden als zuvor gedacht.

Dass diese Felszeichnungen heute bekannt und als UNESCO-Welterbe geschützt sind, ist vor allem einem Menschen zu verdanken: der franko-brasilianischen Archäologin Niède Guidon (1933 - 2025). RiffReporterin Ulrike Prinz berichtet seit zwei Jahrzehnten aus Brasilien und Lateinamerika. Sie folgte den Spuren Niède Guidons, die nicht nur die Beringstraßen-Theorie zur Erstbesiedlung Amerikas erschütterte, sondern auch sozial tätig war und Menschen der Region aus der Armut holte. Ulrike Prinz erzählt auch von der Lage der Indigenen in Brasilien, einem aufstrebenden Staat mit einer schwierigen politischen Lage.