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Der Kaufmann im Barock

Im Barock erkannte jeder Herrscher, wie abhängig er von der Wirtschaft seines Landes war. Diese Epoche lehrte uns, dass nicht Militär, sondern Wirtschaft die Politik bestimmt — eine Erkenntnis, die seitdem Staaten prägt, die sich durch Steuern finanzieren.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg läuteten die Kaufleute mit der kommerziellen Revolution einen Wandel ein. Sie brachen das Machtmonopol des Adels dank einer neuen Kraft: dem Kapital. Mit diesem Kapital erlangten Kaufleute Einfluss bis in die höchsten Kreise und prägten als Teil der europäischen Elite das Schicksal der frühen Neuzeit.

Ein Schlüsselwerk dieser Zeit ist Jacques Savarys “Der vollkommene Kauff- und Handels-Mann”, dessen deutsche Erstausgabe sechszehn sechsundsibzig in Genf erschien. Savary, Mitarbeiter des französischen Ministers Colbert, zeigt auf, was damalige Kaufleute leisten mussten: Sie führten Manufakturen, vernetzten sich über Agenten in Handelsstädten und vereinten Rollen wie Spediteur, Bankier und Investor.

Der Dreißigjährige Krieg bewirkte eine radikale Veränderung im europäischen Denken und stärkte den modernen Staat, in dem Regierungen das Privatleben und die Religion ihrer Bürger kontrollierten. Gleichzeitig wuchs das Streben der Herrschenden, ihren Einflussbereich zu erweitern — angetrieben von einer kapitalorientierten Wirtschaft.