Ein erschütterndes Kapitel aus der Schweizer Aufklärungsgeschichte entfaltet sich vor unseren Augen: Johann Heinrich Waser, ein mathematisches Genie und statistischer Visionär, dessen Leben durch seine unbequemen Wahrheiten vorzeitig beendet wurde.
Was Waser von seinen Zeitgenossen unterschied, war sein unerschütterlicher Glaube an die Kraft der Zahlen. Als er die Grösse Schweizer Kantone neu berechnete, eine frühe Form des Bruttosozialprodukts entwickelte und vom politischen Barometer träumte, schuf er Werkzeuge, die heute selbstverständlich erscheinen. Seine "Abhandlung vom Geld" verband wissenschaftliche Analyse mit moralischer Kritik – ein gefährlicher Cocktail im reformierten Zürich des 18. Jahrhunderts.
Der fatale Wendepunkt kam 1780, als Waser in einer Göttinger Zeitschrift die Verwaltungspraktiken des Zürcher Kriegsfonds analysierte. Was als wissenschaftliche Arbeit begann, wurde zum Todesurteil, als der Rat seine Veröffentlichung als Geheimnisverrat umdeutete. Mit zwölf zu acht Stimmen beschlossen die Machthabenden, den unbequemen Denker zum Schweigen zu bringen. Am 27. Mai 1780 endete sein Leben auf dem Schafott – ein klarer Justizmord, wie selbst ausländische Zeitgenossen erkannten.
Wasers tragisches Schicksal steht symbolisch für den zeitlosen Kampf zwischen Wahrheit und Macht. Seine innovative Anwendung statistischer Methoden zur Bewertung politischer und wirtschaftlicher Verhältnisse war seiner Zeit weit voraus und stellte eine existenzielle Bedrohung für die etablierte Ordnung dar. Die bittere Ironie: Heutige Politiker nutzen genau jene statistischen Methoden als Werkzeuge, für deren Anwendung Waser mit seinem Leben bezahlte. Entdecken Sie mit uns diese faszinierende Geschichte eines vergessenen Schweizer Genies und erleben Sie, wie nahe Erleuchtung und Verdammung im Zeitalter der Aufklärung beieinander lagen.