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Description

Du bist so freundlich, so nett und so lieb.
Du hast ein liebes, nettes, freundliches Gesicht.
Du bist sympathisch und interessant,
ja, langweilig oder unsympatisch bist du wirklich nicht.
Du bist natürlich und dabei doch elegant,
du bist eine natürliche und elegante Frau.
Und deine Augen sind so schön und hell und rein und klar,
ja, deine schönen, hellen Augen sind ganz wunderbar!
Die ganze Welt wird ganz anders, ein Traum wird wahr,
wenn ich in deine klaren Augen schau’.

In meiner Wohnung ist alles ganz klein.
In meiner kleinen Küche steht ein kleiner Tisch,
und neben diesem kleinen Tisch steh’ ich am Herd,
und in einer kleinen Pfanne bruzzelt ein schöner Fisch.
Du stehst bei mir und garnierst den Salat.
Ich schneid’ die Zwiebel klein, weil du’s vielleicht vergisst.
Und dann, ja dann sitzt du am Tisch, und ich sitz’ vis-a-vis,
und unterm Tisch berühren meine Knie deine Knie;
der schöne Fisch wird schon kalt, das passiert mir sonst nie,
ja, das passiert nur, weil du bei mir bist.

Du hast zwei Kinder, einen Hund und ein Klavier
und möchtest wissen, ob mich das stört.
Die Kinder sind dir nicht sehr ähnlich, der Hund gehorcht dir nie,
und ich weiß nicht, ob das Klavier wirklich dir gehört.
Die lieben Kleinen schrei’n und ziehen mich am Haar.
Der liebe Nero pinkelt mir ans rechte Bein.
Und das Klavier spielt ganz von selbst Chopin, Mussorgsky und Grieg.
Dann ist es müde und spielt nur noch leise „Maikäfer flieg“.
Doch mir ist alles egal, wenn ich bei dir lieg’ –
Ich schau dich an, du schaust mich an, wir sind allein.
Ich schau dich an, du schaust mich an … Ich schlafe ein …
Du bist mein – ich bin dein.

© 1985 Werner Bönzli, Reichertshausen