23 - Sicher surfen im Internet
7. Sicher surfen im Internet
Transkription des Textes
„Sicher surfen im Internet“
Alle reden davon, dass das Internet gefährlich ist! Dass man dort den Rechner mit Viren anstecken kann, dass man bei Bankgeschäften hereingelegt wird, dass man überall betrogen wird, dass geheime Software - sogar vom Bundesinnenminister den eigenen Rechner ausspioniert und dass man für Musikdownloads auch noch strafrechtlich belangt werden kann.
Gibt es im Internet überhaupt gute Kinderseiten?
Surfen im Internet bietet Kindern immer wieder Neues, Überraschendes und viel Unterhaltsames. Ihre Surf-Gewohnheiten werden vom Freundeskreis und vom Vorbild der Eltern beeinflusst. Es gibt viele spannende und gute Internetseiten für Kinder. Leider kennen Kinder und Eltern meist nur Erwachsenenseiten oder die Kinderwebsites der TV-Sender und Kinderprodukte. In den TOP 100 Kinderseiten von Klick-T1pps.net finden Sie gute Alternativen, die Spaß machen und sicher sind. Mit dem Modul „Meine Startseite“ können Sie eine individuelle Internetwelt für Ihr Kind gestalten.
Woran erkennt man gute Kinderseiten?
Am besten eignen sich Seiten, die auf das Alter des Kindes zugeschnitten und anspruchsvoll gestaltet sind. Gute Kinderseiten sind leicht zu navigieren, attraktiv aufbereitet, aktuell und möglichst interaktiv. Die Sicherheit der Kinder steht an erster Stelle: Betreuung in Foren und Chats, Datenschutz, keine problematischen Werbeformen und Verlinkungen. Ältere Kinder brauchen mehr Bewegungsspielraum. Ebenfalls gibt es viele gute Internetseiten für Jugendliche, die diesen Anspruch erfüllen. Sobald Ihr Kind komplexe Inhalte und Strukturen einer Internetseite erfassen kann, hat es zum Beispiel hier eine gute Alternative: Scoolz.de, Lizzynet.de oder Netzcheckers.de.
Welche Probleme können auf Kinderseiten auftreten?
Oft wird „Meine Startseite“ für Kinder erwähnt. Die Eltern fragen: Ist das eine sichere und gute Seite? Ob Ihr Kind ins Internet einsteigt oder bereits über Erfahrung verfügt: „Meine Startseite“ ist die perfekte Möglichkeit für das Kind, eine ganz persönliche Internetwelt zu gestalten. Aber eine Garantie gibt es nicht. Probleme auf Kinderseiten können auftreten, wenn zu ungeeigneten Seiten verlinkt wird: z. B. Videoplattformen wie YouTube und Social Bookmarks wie Mr. Wong. Auch Werbung kann dort irritieren.
Manche Kinderseiten locken mit Gewinnspielen und fragen zu viele Daten ab. Wichtig ist also, die Seiten zu checken, auf denen das Kind unterwegs ist. Und immer wieder mit den Kindern und Jugendlichen sprechen. Das setzt natürlich voraus, dass sich Eltern und Pädagogen selbst auskennen.
Was ist also konkret zu tun?
Wir müssen die Gefahren kennenlernen, sie erkennen, wenn sie uns begegnen und wir müssen unseren Rechner technisch auf die Gefahren vorbereiten. Wir müssen die Jugend, die übrigens weit weniger naiv ist als viele Erwachsene, über die Gefahren aufklären, damit diese keine mehr sind. Die Lehrkräfte müssen ihren Einfluss geltend machen, damit der Datenschutz gewährleistet bleibt. Wir müssen Jugendliche über die Gefahren der Social Networks und deren Datensammlungen informieren, damit nicht die nächste Generation zu gläsernen Bürgern wird, damit nicht eine Jugendsünde das ganze Leben zerstört.
Worauf sollten Jugendliche besonders achten? Können Sie ein paar Beispiele nennen?
Wenn Jugendliche Referate vorbereiten, Material für eine Gruppenarbeit suchen oder sich einfach im Internet informieren wollen, sollten sie auf Abzocker achten, die ihnen ein Programm anhängen wollen. Ein Beispiel unter vielen sind Seiten, auf die man mit diversen Suchbegriffen in der Suchmaschine stößt.
Groß das Angebot, ganz klein unten die Kosten: 29,95 € pro Einwahl. Ein anderer Trick ist, die Handynummer zu verlangen, um einen Zugangscode per SMS zu erhalten. Mit diesem Vorgang abonniert der Nutzer mehr oder weniger sinnvolle Inhalte. Diese werden allerdings dann über die Handyrechnung zu total überteuerten Preisen abgerechnet. Daher gilt es, niemals die Handynummer zum Bestellen irgendwelcher Inhalte im Internet anzugeben! Diese Abos kosten bis zu 10 € pro zugesandter Meldung. Wer sich gegen diese Abzocke wehrt und die Handyrechnung nicht bezahlt, bekommt Ärger mit seinem Handyprovider. Dieser sperrt bei Nichtbezahlung sofort das Handy und klagt!
Ein beliebter Trick im Internet sind die Verlosungen.
Vielleicht noch ein paar Worte dazu ...
Alltag im Internet: Unter dem Vorwand, an einer Verlosung teilzunehmen oder ein kostenloses Angebot zu erhalten, soll ein Internetnutzer seine E-Mail und persönliche Daten angeben. Dann bekommt er einen meist wertlosen Unfug geliefert. Die Überraschung kommt zwei Wochen später: Eine freche Zahlungsaufforderung, weil angeblich ein Abonnementvertrag abgeschlossen wurde und nicht in der angegebenen Frist widersprochen wurde. Üblicherweise direkt verbunden mit der wüsten Androhung von Sanktionen wie Staatsanwalt und Inkassogebühren, wenn das Geld nicht sofort überwiesen wird. Aus dieser Falle heraus zu kommen ist zeitaufwändig und kostet Nerven und eventuell auch Geld. Bei Beträgen von 50 bis 100 Euro beißen viele Geprellte in den sauren Apfel und zahlen, um sich „freizukaufen“. Viele Jugendliche zahlen vom Taschengeld, um sich den Ärger mit den Eltern zu ersparen.
Hat man überhaupt rechtliche Mittel, um dagegen vorzugehen?
Es muss aber nicht bezahlt werden! Man muss sich auf die Hinterbeine stellen und protestieren! Per Einschreiben mit Rückschein schreiben, dass man der Zahlungsaufforderung widerspricht, weil man nichts bestellt hat! Diese ganzen Unternehmen agieren derart in einer Grauzone, dass sie bislang die wenigen Prozesse, die sie geführt haben, verloren haben. Sie drohen mit allem, was sie haben: Rechnungen, Mahnungen,
Mahnkosten, Inkassokosten. Sie leben davon, dass sich ein paar einschüchtern lassen und bezahlen.
Denn: auch wenn man da Angaben hinterlässt, einen richtigen Vertrag würde man erst dann eingehen, wenn man die Geschäftsbedingungen schriftlich zugeschickt bekommt und wenn man schriftlich über das Widerrufsrecht aufgeklärt wild. Und das muss erstmal bewiesen werden. Dann gibt es noch Urteile, die besagen, dass man, wenn man für eine Leistung normalerweise nichts bezahlt, z. B. Berechnung des Idealgewichts, der Lebenserwartung etc., dann auch nicht damit rechnen muss, dass ein Unternehmen im Kleingedruckten so was doch verlangt. Im Zweifelsfall sollte man sich an die Verbraucherzentrale oder die Polizei wenden.